Bewertung:

Das Buch „Success in Grassroots Politics“ von Arun Agrawal befasst sich mit der Waldbewirtschaftung an der Basis in Kumaon, Indien, und stellt eine Erfolgsgeschichte im Naturschutz dar. Es untersucht die Entwicklung vom kolonialen Autoritarismus hin zu einem integrativeren Bewirtschaftungsansatz unter Einbeziehung der lokalen Gemeinschaften. Agrawal nutzt eine detaillierte Foucaultsche Analyse, um diese Veränderungen zu erörtern und gleichzeitig die Dynamik des Umweltschutzes sowohl auf individueller als auch auf gemeinschaftlicher Ebene zu untersuchen.
Vorteile:Das Buch bietet eine umfassende Ethnographie der Naturschutzbemühungen an der Basis, unterstreicht die Bedeutung der Einbindung lokaler Gemeinschaften in das Ressourcenmanagement und bietet neue, interdisziplinäre Perspektiven auf Umweltschutz und sozialen Wandel. Agrawals Schreibstil ist fesselnd und seine Analysen sind detailliert, so dass das Buch für alle nützlich ist, die sich mit Ressourcenschutz und Gesellschaftstheorie beschäftigen.
Nachteile:Der enge Fokus auf Regierungsdynamiken und -themen bedeutet, dass es an einer unabhängigen Bewertung der tatsächlichen Gesundheit der Wälder mangelt. Einige Leser wünschen sich vielleicht eine quantitativere biologische Perspektive auf die Ergebnisse der Waldbewirtschaftung.
(basierend auf 3 Leserbewertungen)
Environmentality: Technologies of Government and the Making of Subjects
In Kumaon in Nordindien legten die Dorfbewohner in den frühen 1920er Jahren Hunderte von Waldbränden, um gegen die kolonialen britischen Umweltschutzbestimmungen zu protestieren. Doch in den 1990er Jahren hatten sie begonnen, ihre Wälder sorgfältig zu schützen.
In seiner innovativen historischen und politischen Studie analysiert Arun Agrawal diesen bemerkenswerten Wandel. Er beschreibt und erklärt die Entstehung von Umweltidentitäten und Veränderungen in den Beziehungen zwischen Staat und Ort und zeigt, wie beides zusammenhängt. Auf diese Weise zeigt er, dass die Forschung zu Gemeingütern, politischer Ökologie und feministischem Umweltschutz kombiniert werden kann - in einem Ansatz, den er Environmentality nennt -, um Veränderungen in den Naturschutzbemühungen besser zu verstehen.
Ein solches Verständnis ist weit über Kumaon hinaus relevant: Lokale Bevölkerungen in mehr als fünfzig Ländern unternehmen ähnliche Anstrengungen zum Schutz ihrer Umweltressourcen. Agrawal bringt Umwelt- und Entwicklungsstudien, neue institutionelle Ökonomie und Foucauldsche Theorien über Macht und Subjektivität in seine ethnografischen und historischen Untersuchungen ein.
Er besuchte fast vierzig Dörfer in Kumaon, wo er den Zustand der dörflichen Wälder bewertete, Hunderte von Kumaonis befragte und lokale Aufzeichnungen untersuchte. Auf der Grundlage seiner umfangreichen Feldforschung und Archivrecherche zeigt er, wie Dezentralisierungsstrategien die Beziehungen zwischen Staaten und Gemeinden, zwischen Entscheidungsträgern und Einwohnern sowie zwischen Individuen und der Umwelt verändern.
Indem er diese Veränderungen und ihre Bedeutung untersucht, stellt Agrawal fest, dass Theorien der Umweltpolitik durch die Beachtung der Zusammenhänge zwischen Macht, Wissen, Institutionen und Subjektivitäten bereichert werden.