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Unpredictable Agents: The Making of Japan's Americanists During the Cold War and Beyond
In Unpredictable Agents erzählen zwölf japanische Amerikawissenschaftler, wie sie auf "Amerika" gestoßen sind und wie sie dazu gekommen sind, ihre Karriere dem Studium dieses Landes zu widmen. Die Menschen im Japan der Nachkriegszeit haben "Amerika" auf vielfältige Weise erlebt - durch Literatur, materielle Güter, Populärkultur, Essgewohnheiten, GIs, Missionare, Kunst, politische Persönlichkeiten, Berühmtheiten und Unternehmen.
Während die japanische Öffentlichkeit mit einer komplexen Mischung aus Bewunderung und Verwirrung, Sehnsucht und Abscheu, Nähe und Entfremdung gegenüber den USA rang, wurden japanische Wissenschaftler, die sich auf Amerikastudien spezialisiert haben, zu Gesprächspartnern, die ihren Landsleuten helfen, das Land zu verstehen. In der wissenschaftlichen Literatur werden diese Intellektuellen oft als Komplizen des US-Liberalismus des Kalten Krieges betrachtet. Durch die Fokussierung auf die menschlichen Dimensionen des Lebens und der Karrieren dieser Intellektuellen widersetzt sich Unpredictable Agents einer solchen deterministischen Darstellung der Komplizenschaft und erkennt gleichzeitig die Beziehung zwischen Macht und Wissen sowie die historischen und strukturellen Bedingungen an, unter denen diese Wissenschaftler und ihre Arbeit entstanden sind.
Wie sind diese Wissenschaftler überhaupt auf "Amerika" gestoßen, und was genau macht das "Amerika" aus, das sie erlebt haben? Wie sind sie zu Amerikanisten geworden, und was bedeutet es für sie, Amerikanisten zu sein? Kurzum, welche Erfahrungen haben die japanischen Amerikanisten gemacht und welche Beziehung haben sie zu "Amerika"? Die Aufsätze spiegeln sowohl das ineinandergreifende Geflecht von Politik, Wirtschaft und Wissenschaft als auch die sich entwickelnden Konturen der japanischen Amerikanisten wider und beleuchten die unterschiedlichen Wege, auf denen diese Personen zu "Amerikanisten" geworden sind, sowie die komplexen Bedeutungen, die diese Identität für sie hat.
Die Geschichten offenbaren die offensichtliche, aber oft vernachlässigte Tatsache, dass japanische Wissenschaftler weder aus denselben Verhältnissen stammen noch allein aufgrund ihrer gemeinsamen ethnischen Zugehörigkeit und Staatsbürgerschaft ähnliche Identitäten besitzen. Die Autoren wurden im Zeitraum von den 1940er bis zu den 1980er Jahren in verschiedenen Teilen Japans - von Hokkaido bis Okinawa - geboren und wuchsen in unterschiedlichen familiären und kulturellen Umgebungen auf, die ihre Identität als "Japaner" und ihre Begegnungen mit "Amerika" auf ganz unterschiedliche Weise prägten.
Zusammen veranschaulichen die Aufsätze die komplexe Positionierung, die fließenden Identitäten, die ambivalente Umarmung und die unvorhersehbare Handlungsfähigkeit der japanischen Amerikanisten, die weiterhin ihren eigenen Kurs im und über den Pazifik verfolgen.