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Unconquered: The Iroquois League at War in Colonial America
Unconquered erforscht die komplexe Welt der Irokesen-Kriegsführung und bietet einen narrativen Überblick über fast zweihundert Jahre Irokesen-Konflikte während der Kolonialzeit Nordamerikas. Unconquered beschreibt die Kriege der Irokesen gegen die Franzosen, Engländer, Amerikaner und eine Vielzahl indianischer Feinde und stützt sich dabei auf jahrzehntelange moderne Forschung, um die zentrale Bedeutung der Kriegsführung in der Gesellschaft und Kultur der Irokesen aufzuzeigen und gleichzeitig die verschiedenen Motivationen - insbesondere die spirituellen und kulturellen Überzeugungen der Irokesen - zu erforschen, die diese Kriegsführung leiteten.
Wirtschaftlicher Wettbewerb und Rivalität um den Handel waren wichtige Faktoren in der Kriegsführung der Irokesen, aber sie lieferten oft weniger Motivation für die Kriegsführung als die spirituellen und kulturellen Überzeugungen der Irokesen, einschließlich der wichtigen Tradition des Trauerkrieges. Auch europäische Ziele waren für die Kriegsführung der Irokesen nicht besonders wichtig, außer dass sie sich gelegentlich mit den Plänen der Irokesen deckten. Die Europäer beeinflussten und schürten sowohl direkt als auch indirekt die Konflikte innerhalb des Irokesenbundes und mit anderen indianischen Völkern, aber die Völker des Irokesenbundes führten den Krieg nach ihren eigenen kulturellen Überzeugungen und nach ihren eigenen Regeln. In Wirklichkeit führte der Irokesenbund selten Krieg gegen andere. Vielmehr trieben die einzelnen Mitgliedsvölker die Kriegsführung voran, die oft dem Ganzen zugeschrieben wurde, und schufen so eine sich verändernde, amorphe politische und militärische Position, die es den Mitgliedsvölkern ermöglichte, eine eigene Kriegs- und Friedenspolitik gegen gemeinsame oder mehrere Feinde zu verfolgen.
Unconquered versucht auch, die seit langem bestehenden Vorstellungen vom unbesiegbaren Irokesenreich zu zerstreuen, Mythen, die zwar durch gezielte akademische Studien ausgeräumt wurden, aber immer noch einen starken Widerhall in den populären Vorstellungen vom Irokesenbund haben. Die Irokesen schufen zwar weitreichende Handelsnetze und vernichteten oder vertrieben indianische Völker entlang ihrer Grenzen, aber sie schufen keine ausgedehnten territorialen Reiche. Auch in der Schlacht waren die Irokesen-Krieger nicht unschlagbar. Europäer, Amerikaner und Indianer besiegten Irokesen-Krieger und brannten Irokesen-Dörfer ebenso oft nieder, wie sie Niederlagen einstecken mussten, und bei mehr als einer Gelegenheit brachten sie den Irokesen-Bund an den Rand des völligen Ruins. Doch die Irokesen wurden nie vollständig vernichtet.