
Unlawful Violence: Mexican Law and Cultural Production
Seit dem Jahr 2000 hat die Gewalt in Mexiko nur zugenommen: 2016 wurden 23.000 Morde registriert, 2017 waren es 29.168.
Die zahlreichen Gesetze und Verfassungsänderungen, die als Reaktion darauf erlassen wurden, spiegeln sich in der zersplitterten kulturellen Produktion Mexikos aus demselben Zeitraum wider. Die zeitgenössische mexikanische Literatur setzt sich mit dieser zersplitterten Realität auseinander, indem sie nichtlineare Geschichten aus mehreren Perspektiven erzählt, die oft in zeitlichen Sprüngen erzählt werden. Die Romane, wie Jorge Volpis Una novela criminal (Ein Kriminalroman) (2018) und Julin Herberts La casa del dolor ajeno (Das Haus des Schmerzes der Anderen) (2015), nehmen mehrere Perspektiven ein und folgen nicht-linearen Handlungssträngen; andere Beispiele, wie die sehr kurzen Geschichten in Basta! 100 mujeres contra la violencia de gnero ("Genug! 100 Frauen gegen geschlechtsspezifische Gewalt") (2013), präsentieren die Perspektiven mehrerer Autoren.
Nur wenige Wissenschaftler vergleichen kulturelle Produktion und Gesetzestexte in Situationen wie Mexiko, wo extreme Gewalt mit einer großen Anzahl von Menschenrechtsgesetzen koexistiert. Ungesetzliche Gewalt vergleicht fiktionale Darstellungen von Menschenrechten mit neuen Gesetzen, darunter Verfassungsänderungen zur Reform von Gerichtsverfahren, Gesetze zum Schutz von Kindern, Gesetze zur Verurteilung von Gewalt gegen Frauen und Gesetze zum Schutz von Migranten und indigenen Völkern. Außerdem werden die Debatten über diese Gesetze im mexikanischen Abgeordnetenhaus und im Senat sowie die Interaktionen zwischen dem Gesetz und der mexikanischen Öffentlichkeit untersucht.