Bewertung:

Union Square von Adrian Koesters ist ein eindringlicher Roman, der im Baltimore des Jahres 1952 spielt und die miteinander verflochtenen Leben von Figuren beleuchtet, die sich mit Themen wie Verwahrlosung, Gewalt und der Hoffnung auf Erlösung auseinandersetzen. Durch die multiperspektivische Erzählweise fängt Koesters die düstere Realität der damaligen Zeit ein, lässt aber auch Momente der Güte und der Entscheidung einfließen und präsentiert schließlich eine Geschichte von stiller Auferstehung und dem Kampf um eine bessere Zukunft.
Vorteile:Der Schreibstil ist sehr anschaulich und versetzt den Leser in eine andere Zeit und an einen anderen Ort. Die Charaktere sind gut ausgearbeitet und wirken authentisch, vor allem für diejenigen, die Baltimore kennen. Der Roman schafft ein Gleichgewicht zwischen düsteren Themen und Momenten der Hoffnung und Güte und wird für seine reichhaltige Erzählweise und sein tiefes Einfühlungsvermögen gelobt.
Nachteile:Die schwerwiegenden Themen Gewalt, Vernachlässigung und Missbrauch könnten für manche Leser verstörend sein, was den Genuss der Geschichte schmälern könnte. Auch die Komplexität der Charaktere und ihrer Situationen mag nicht jeden ansprechen und könnte einige Leser verunsichern.
(basierend auf 4 Leserbewertungen)
„Sogar das Jahr, in dem es war, hatte einen schönen Klang. Neunzehnhundertzweiundfünfzig. Der Krieg und alles andere war vorbei. Die Dinge würden besser und besser werden.“ Im Union Square-Viertel im Südwesten von Baltimore markiert das Jahr 1952 tatsächlich den Beginn dessen, was als der große Niedergang bekannt werden wird. Prachtvolle dreistöckige Reihenhäuser, altes Geld und Statur bilden den Rahmen für die Nachkommen europäischer Einwanderer und Sklaven, die Seite an Seite leben.
Doch in einer Gemeinde, die bereits von Gewalt, Alkoholismus und lauernder Armut gezeichnet ist, verkörpert der junge irische Boxer Paddy Dolan den Schatten, der über einem Großteil der Stadt liegt, in der religiöse Spannungen, Rassenhass und sexuelle Gewalt zu Monstern werden.
Union Square ist eine Geschichte über Verdammnis und Erlösung, das Heilige und das Profane, aber auch eine Geschichte mit tiefem Humor und Figuren, die man nicht so schnell vergessen wird.