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Illegible
Sergej Gandlewskis Roman „Unlesbar“ aus dem Jahr 2002 konzentriert sich auf die unmittelbaren Erfahrungen von Lew Kriworotow, einem zwanzigjährigen Dichter, der in den 1970er Jahren in Moskau lebt, sowie auf seine rückblickenden Überlegungen dreißig Jahre später, nachdem die meisten seiner Hoffnungen gescheitert sind. Zu Beginn der Geschichte ist Lev in eine gequälte Affäre mit einer älteren Frau verwickelt und wird vom Neid auf seinen privilegierteren Freund und Mitanfängerdichter Nikita zerfressen, eines der Kinder hoher sowjetischer Funktionäre, die als „goldene Jugend“ bekannt waren.
In beiden Erzählungen schildert Krivorotov mit Bedauern und Selbstkasteiung das Scheitern einer doppelten Verliebtheit, seiner erotischen Liebe zu der jungen Studentin Anya und seiner künstlerischen Liebe zu dem Dichter Viktor Chigrashov. Als diese doppelte Verliebtheit zu einer romantischen Dreiecksbeziehung wird, sind die Folgen tragisch.
Wie in seinen Gedichten verschafft uns Gandlewski auch in Unleserlich einen unvergleichlichen Zugang zur Atmosphäre der Stadt Moskau und zum Ethos der späten sowjetischen und postsowjetischen Ära, während er gleichzeitig die Universalität menschlicher Gefühle demonstriert.