Bewertung:

W. Travis McMakens Buch „Unser Gott liebt die Gerechtigkeit“ stellt den oft übersehenen Theologen Helmut Gollwitzer und sein Eintreten für den Sozialismus als logische Konsequenz des christlichen Evangeliums vor. Das Buch verbindet eine fesselnde Erzählung mit politischer Theologie und unterstreicht die Verbindung zwischen Glauben und sozialer Gerechtigkeit. Es zielt darauf ab, Gollwitzers Einsichten als relevant für zeitgenössische soziale Fragen darzustellen, insbesondere im amerikanischen Kontext.
Vorteile:Das Buch ist sehr lesenswert, gut geschrieben und ausführlich dokumentiert. Die Rezensenten schätzten McMakens Fähigkeit, komplexe theologische Konzepte ohne Vorkenntnisse zugänglich zu machen. Es ist eine gute Einführung in Gollwitzers Leben und Denken und regt zum Nachdenken über zeitgenössische politische und soziale Fragen an. Viele fanden das Buch wertvoll für Pastoren, Kirchenführer und alle, die sich für die Schnittmenge von Glaube und Politik interessieren.
Nachteile:Einige Leser räumten ein, dass diejenigen, die bereits mit dem theologischen Diskurs vertraut sind, den Inhalt weniger umfassend finden oder einen zusätzlichen theoretischen Kontext benötigen könnten. Darüber hinaus wurde in einigen Rezensionen angemerkt, dass Leser, die kein Interesse an politischer Theologie haben, die Konzepte als schwierig empfinden könnten.
(basierend auf 13 Leserbewertungen)
Our God Loves Justice: An Introduction to Helmut Gollwitzer
Helmut Gollwitzer war ein direkter Erbe des theologischen Erbes des großen protestantischen Theologen Karl Barth. Dennoch wird Gollwitzers Werk von allen unmittelbaren „Nachfahren“ Barths vielleicht am wenigsten gewürdigt und studiert, insbesondere in englischer Sprache.
Als protestantischer Theologe und Mitglied der Bewegung der Bekennenden Kirche im Deutschland des Zweiten Weltkriegs studierte Gollwitzer bei Karl Barth an den Universitäten Bonn und Basel und war Professor für evangelische Theologie an der Universität Berlin. Von seinem Mentor tief beeinflusst, eignete sich Gollwitzer die methodischen Prinzipien der Barthschen Theologie an und entwickelte eine der eindringlichsten konstruktiven Einsichten Barths in der Gotteslehre in neue und besonders kontextbezogene Richtungen. Zugleich hat Gollwitzer, mehr als jeder andere Interpret Barths, die gesellschaftspolitischen Impulse und Implikationen in Barths Theologie aufgenommen und erweitert.
Damit verkörpert Gollwitzer eine wichtige Alternative für den theologischen und politischen Diskurs, die besonders im amerikanischen Kontext der zunehmenden Verflechtung von theologischen und politischen Diskursen benötigt wird. Dieser Band, die erste englischsprachige Studie über Gollwitzer, bietet eine hilfreiche Einführung in das Leben, die Theologie und das politische Denken dieses bedeutenden Theologen und öffentlichen Intellektuellen und macht Gollwitzers Bedeutung für den nordamerikanischen Kontext deutlich.