Bewertung:

Das Buch „Under Western Skies“ von Donald Worster ist eine Sammlung von Aufsätzen, die sich eingehend mit der Umweltgeschichte des amerikanischen Westens befasst. Worster vertritt die Auffassung, dass die Geschichte der Menschheit weitgehend von der Interaktion zwischen Mensch und Natur geprägt ist, und hebt die Auswirkungen von Umweltfaktoren auf Gesellschaft und Kultur hervor. Während die Essays für ihre fesselnden Einsichten und ihre klare Prosa gelobt werden, gibt es auch Kritik an Worsters vermeintlicher Arroganz und der manchmal übermäßig politischen Ausrichtung seiner Argumente.
Vorteile:⬤ Überzeugende Einblicke in die Umweltgeschichte und die Wechselwirkungen zwischen Mensch und Natur
⬤ klare und verständliche Prosa ohne akademischen Jargon
⬤ bemerkenswerte Essays, die wichtige historische und politische Themen wie Wasserknappheit und Landansprüche der Ureinwohner aufgreifen.
⬤ Wahrgenommene Arroganz und Selbstgerechtigkeit des Autors
⬤ Offensichtlich politische Motivationen, die die historische Analyse überschatten
⬤ Gelegentlich sardonische und alberne Kommentare
⬤ Einige Argumente sind anfällig für ungerechtfertigte Sprünge oder Übertreibungen.
(basierend auf 3 Leserbewertungen)
Under Western Skies: Nature and History in the American West
Jahrzehntelang wurde die Geschichte des amerikanischen Westens als eine glorreiche Geschichte der Eroberung und des rauen Individualismus erzählt - der Triumph des Fortschritts. Doch in jüngster Zeit hat eine neue Schule von Historikern diese Sichtweise in Frage gestellt und die so genannte "neue Geschichte des Westens" entwickelt, einen Ansatz, der der Umwelt, den Ureinwohnern und der Konzentration der Macht in den Händen einiger weniger eine zentrale Rolle zuweist. Der bedeutendste dieser Historiker ist Donald Worster. In Worsters Schriften erscheint die westliche Vergangenheit nicht als ein Marsch der "Manifest Destiny", sondern vielmehr als eine sich entfaltende Beziehung zwischen Mensch und Natur.
In Under Western Skies gibt Worster eine eloquente Einführung in die sich wandelnden Traditionen der westlichen Geschichtsschreibung und demonstriert dann seinen eigenen Ansatz anhand faszinierender Fallstudien. So befasst er sich beispielsweise eingehend mit dem Kampf der Lakota um die Wiedererlangung des Eigentums an den Black Hills und untersucht dabei nicht nur die Rechtsgeschichte der Verträge und Gerichtsverfahren, sondern auch die Bedeutung der Black Hills in der indianischen Religion und die Art und Weise, wie sie von der US-Regierung schlecht verwaltet wurden. Er erörtert den Cowboy im Hinblick auf die neue Ökologie, die durch die Viehzucht entstanden ist - die endlosen Meilen von Zäunen, die Veränderungen der Umwelt durch die extensive Beweidung, bestimmte Tierarten, die fast ausgerottet wurden, weil sie als Gefahr für Schafe und Rinder angesehen wurden. Doch Worsters Blick auf die Natur ist nicht so einfach und linear wie beispielsweise der von Bill McKibben in Das Ende der Natur, ein Bild, gegen das Worster argumentiert. Von den Geisterstädten des Bergbaus in den Rocky Mountains bis zu den entwurzelten Bauernfamilien in der Dust Bowl gewinnt die Natur manchmal den Kampf. Selbst der Hoover-Damm, so erinnert er uns, könnte eines Tages vom geduldigen Colorado River überwunden werden.
Under Western Skies" bietet faszinierende Einblicke in wichtige Aspekte unserer Geschichte und vermittelt ein neues Verständnis für die Rolle der Natur, der Ureinwohner und der Kämpfe um Geld und Macht in der westlichen Vergangenheit.