Bewertung:

Das Buch bietet eine aufschlussreiche ethnografische Studie über vernetzte soziale Bewegungen, in der die Stimmen und Motivationen von Aktivisten, die an Anti-Globalisierungsprotesten beteiligt sind, eingefangen werden, und ist gleichzeitig kritisch-reflexiv. Allerdings wird die ungewöhnliche Spiralbindung des Buches bemängelt, die einige Leserinnen und Leser des Preises nicht würdig fanden.
Vorteile:⬤ Exzellenter ethnographischer Einblick in vernetzte soziale Bewegungen
⬤ fängt effektiv menschliche Stimmen und Motivationen ein
⬤ innovativer Ansatz zur Untersuchung sozialer Bewegungen
⬤ kritische Reflexivität und Zugang zu Insiderperspektiven.
Ungewöhnliche Spiralbindung, die von einigen Lesern als unangemessen empfunden wurde; der Preis wurde als überhöht für das Format empfunden.
(basierend auf 4 Leserbewertungen)
Networking Futures: The Movements Against Corporate Globalization
Seit den ersten weltweiten Protesten, die von Peoples' Global Action (PGA) inspiriert wurden - einschließlich der Mobilisierung gegen die Treffen der Welthandelsorganisation im November 1999 in Seattle - haben Aktivisten, die gegen die Globalisierung von Unternehmen sind, direkte Proteste gegen multilaterale Institutionen in Städten wie Prag, Barcelona, Genua und Cancún durchgeführt. Barcelona ist ein kritischer Knotenpunkt, da katalanische Aktivisten eine Schlüsselrolle im radikaleren PGA-Netzwerk und im breiteren Prozess des Weltsozialforums gespielt haben.
In den Jahren 2001 und 2002 nahm der Anthropologe Jeffrey S. Juris an der in Barcelona ansässigen Bewegung für globalen Widerstand teil, einem der einflussreichsten Netzwerke gegen die Globalisierung in Europa. In einer Kombination aus ethnografischer Forschung und aktivistischem politischen Engagement nahm Juris an Hunderten von Treffen, Versammlungen, Protesten und Online-Diskussionen teil.
Diese Erfahrungen bilden die Grundlage von Networking Futures, einer innovativen Ethnographie der transnationalen Vernetzung von Aktivisten innerhalb der Bewegungen gegen die Unternehmensglobalisierung. In einem Bericht voller Stimmen von Aktivisten und Details aus der Praxis liefert Juris eine Geschichte der Bewegungen gegen die Unternehmensglobalisierung, eine Untersuchung ihrer Verbindungen zu lokalen Dynamiken in Barcelona und eine Analyse der bewegungsbezogenen Politik, Organisationsformen und Entscheidungsfindung.
Anhand spektakulärer direkter Protestaktionen in Barcelona und anderen Städten beschreibt er, wie weit verstreute Aktivistennetzwerke verkörpert werden und wie Netzwerkpolitik betrieben wird. Außerdem untersucht er, wie Aktivisten E-Mail-Listen, Webseiten und freie Software nutzen, um Aktionen zu organisieren, Informationen auszutauschen, aus der Ferne zu koordinieren und "elektronischen zivilen Ungehorsam" zu inszenieren.
Auf der Grundlage einer mächtigen kulturellen Logik sind die Netzwerke gegen die Unternehmensglobalisierung zu Modellen für neue Formen radikaler, direkt demokratischer Politik geworden. Die Aktivisten reagieren nicht nur auf die wachsende Armut, Ungleichheit und Umweltzerstörung, sondern bauen auch soziale Laboratorien für die Produktion alternativer Werte, Diskurse und Praktiken auf.