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Making Minds and Madness: From Hysteria to Depression
Warum nehmen Seelenkrankheiten wie Hysterie, Angststörungen oder Depressionen im Laufe der Zeit zu und ab? Anhand einer Studie über die Geschichte der Psychiatrie zeigt Mikkel Borch-Jacobsen auf provokante Weise, dass die meisten psychischen Krankheiten in Wirklichkeit keine Krankheiten sind, sondern das Ergebnis unterschiedlicher Erwartungen, die von Therapeuten und Patienten geteilt und ausgehandelt werden.
Mit einer Reihe faszinierender historischer Vignetten, die von Freuds Erschaffung falscher Erinnerungen an sexuellen Missbrauch bei seinen frühen hysterischen Patientinnen bis zur heutigen Förderung und Vermarktung von Depressionen durch Pharmakonzerne reichen, bietet Making Minds and Madness eine kraftvolle Kritik an allen Theorien, wie der Psychoanalyse und der biomedizinischen Psychiatrie, die vorgeben, Fakten über die menschliche Psyche zu entdecken, während sie diese in Wirklichkeit produzieren. Borch-Jacobsen schlägt vor, solche objektivierenden Ansätze zugunsten einer konstruktivistischen und relativistischen Psychologie aufzugeben, die den artefaktischen und interaktiven Charakter psychischer Produktionen anerkennt, anstatt zu versuchen, ihn zu leugnen oder zu kontrollieren.
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