
Inside Looking Out: The Life and Art of Gina Knee
Die amerikanische Malerin Gina Knee (1898-1982) ist eine bedeutende, kaum bekannte Künstlerin, deren Karriere sich über fünf Jahrzehnte und viele Orte erstreckte: Sie arbeitete im Südwesten, im Süden, in Kalifornien und in New York. Ab den 1940er Jahren erhielt sie Einzelausstellungen an beiden Küsten, und ihre Werke fanden ihren Weg in bedeutende öffentliche und private Sammlungen.
Sie kannte einige der wichtigsten Künstler ihrer Zeit und stellte mit ihnen aus: Jackson Pollock, Willem de Kooning, Mark Tobey und ihr dritter Ehemann Alexander Brook. Doch wie bei vielen Künstlern - vor allem Frauen -, die am Rande der großen Kunstbewegungen arbeiteten, sind ihre Leistungen in der Eile, mit der Superstars der Kunst geschaffen wurden, fast vergessen worden. Dieses Buch ist eine eingehende Untersuchung des Lebens und des Werks der Künstlerin, von den zögerlichen künstlerischen Anfängen bis zu ihrem Höhepunkt in höchst originellen Gemälden, die ihre modernistische und abstrakte Vision widerspiegeln.
Inside Looking Out spiegelt auch die jüngste Erkenntnis der Kunstgeschichte wider, dass Kunst ebenso sehr ein Produkt der Kultur ist wie die schwer fassbare, privilegierte Tätigkeit eines isolierten "Genies".
Knies Bemühungen, das empfindliche Gleichgewicht zwischen ihrer Ehe und ihrem Lebenswerk zu finden, ist ein zentrales Thema des Buches, das in ihren Briefen und Gesprächen mit Freunden nachgezeichnet wird. Ihre Geschichte gibt neue Einblicke in die amerikanische Kunst und das Leben in der Mitte des Jahrhunderts.
Gina änderte ihren Zeitplan, um sich den Anforderungen ihres Mannes anzupassen. Sie standen früh auf, sie bereitete ihm das Frühstück und packte ihm das Mittagessen ein, dann fuhr sie ihn im morgendlichen Berufsverkehr zur Arbeit. Als sie nach Hause kam, musste sie den Haushalt ohne Hilfe führen.
Geschirr spülen, Betten machen, Staub wischen, Wäsche waschen - all die Dinge, die für Frauen der Mittelschicht in den 1940er Jahren selbstverständlich waren - waren frustrierend und zeitraubend. "Ich brauche Stunden, um das zu tun, was eine gut organisierte Hausfrau in einer Stunde schafft", beschwerte sie sich. Ginas wohlhabende Erziehung und die Tatsache, dass es in Santa Fe so einfach war, Dienstboten zu finden, hatten sie daran gewöhnt, dass sie ihre Zeit so verbringen konnte, wie sie wollte.
Im kriegsgeplagten Los Angeles, wo es unmöglich war, Hausangestellte zu finden, musste sie plötzlich alles selbst machen, und das wurde ihr bald zur Last. Sie war gezwungen, ihre kostbare Studiozeit den Anforderungen einer sich wiederholenden Haushaltsroutine zu opfern, und sah sich mit einer neuen Realität konfrontiert: Sie musste nun ein gewisses Maß an Kontrolle über ihr eigenes Leben aufgeben.
Geld, ihr eigenes, unabhängiges Einkommen, hatte ihr früher den Luxus von Zeit verschafft - Zeit, die sie wie ein Mann für ihre berufliche Tätigkeit nutzen konnte, befreit von entnervender Hausarbeit. Nun erinnerte sie die nivellierende Wirkung des Krieges mit aller Deutlichkeit daran, dass sie eine Frau war, die sich in einer Situation befand, in der der Wohlstand nicht die ununterbrochene Freiheit zum Schaffen kaufen konnte. Ihr Leben wurde auf den Kopf gestellt, ihre Prioritäten in Frage gestellt, ihre Beziehung zu Ernie (Knee) belastet.