Bewertung:

Helen Berrys Buch über das Foundling Hospital bietet einen fesselnden und herzzerreißenden Einblick in das Leben von Waisenkindern im London des 18. Jahrhunderts und veranschaulicht Themen wie Philanthropie, Leid und soziale Wohlfahrt. Die Erzählung ist sowohl gut recherchiert als auch fesselnd und macht dem Leser komplexe historische Themen durch emotionale Geschichten und detaillierte historische Zusammenhänge zugänglich.
Vorteile:Das Buch ist gut geschrieben, fesselnd und informativ, mit einer starken Erzählung, die Empathie ohne Sentimentalität hervorruft. Es ist umfassend recherchiert und bietet einen Einblick in die Motive der georgischen Wohltätigkeit und die sozialen Probleme der damaligen Zeit, und es bietet eine einzigartige Perspektive auf die Not der Armen. Die Einbeziehung persönlicher Geschichten und anschaulicher Beschreibungen verleiht dem historischen Kontext zusätzliche Tiefe. Die Rezensenten schätzen die Verknüpfung mit anderen Werken zu ähnlichen Themen und die Zugänglichkeit des Buches trotz seiner detaillierten Darstellung.
Nachteile:Obwohl das Buch fesselnd ist, merken einige Leser an, dass es hart sein kann und nicht durchweg erbaulich ist, da es die düsteren Realitäten der damaligen Zeit widerspiegelt. Manche mögen die Konzentration auf historische Nöte als eine harte Lektüre empfinden, und es gibt Hinweise auf begrenztes Quellenmaterial, was das Engagement einiger Leser für die Erzählung beeinträchtigen könnte.
(basierend auf 13 Leserbewertungen)
Orphans of Empire: The Fate of London's Foundlings
(Auf der Shortlist für den Cundill History Prize 2019)
Im London des 18. Jahrhunderts wimmelte es von Menschen, und Armut war nie weit von Höflichkeit entfernt. Die Legende besagt, dass Kapitän Thomas Coram auf seinem täglichen Weg durch die überfüllte Metropole Zeuge eines der schockierendsten Anblicke der Stadt wurde: die weit verbreitete Aussetzung von Kinderleichen am Straßenrand. Er hätte einfach vorbeigehen können. Stattdessen schmiedete er einen Plan, um eine Wohltätigkeitsorganisation zu gründen, die sich um diese Kinder kümmern sollte.
Ein Plan, der in den nächsten zweihundert Jahren enorme Auswirkungen auf die in Armut geborenen Kinder in Großbritannien haben sollte.
Orphans of Empire erzählt die Geschichte der Tausenden von Kindern, die im Londoner Foundling Hospital aufwuchsen, Corams geistigem Kind, das 1741 eröffnet wurde und sich zur berühmtesten Wohltätigkeitseinrichtung im georgianischen England entwickelte. Es bietet einen lebendigen Einblick in das Leben und Schicksal der ärmsten Kinder Londons, von den Anfängen des Foundling Hospital bis in die Mitte des viktorianischen Zeitalters, als Charles Dickens durch seine Beobachtungen der Arbeit der Wohltätigkeitsorganisation dazu bewegt wurde, sich für die Waisenkinder einzusetzen. Durch das Leben der Londoner Findelkinder bietet dieses Buch den Lesern einen Einblick in die breitere globale Geschichte einer Periode monumentaler Veränderungen in der britischen Geschichte, als die Nation zur führenden Supermacht der Welt aufstieg. Einige Findelkinder waren für Großbritanniens "outer Empire" in Übersee bestimmt, aber viele andere schufteten im "inner Empire" in den Baumwollspinnereien und Fabriken Nordenglands zu Beginn des neuen Industriezeitalters.
Durch umfangreiche Archivrecherchen deckt Helen Berry bisher unbekannte Geschichten ehemaliger Findelkinder auf, einschließlich der Leiden und kleinen Triumphe, die sie als Kinderarbeiter während der Umwälzungen der industriellen Revolution erlebten. Manchmal tauchen die Stimmen der Kinder selbst auf, indem sie viele verschiedene Fragmente von Beweisen verwenden. Auszüge aus der Autobiografie von George King, dem einzigen erhaltenen Bericht eines im 18. Jahrhundert geborenen Kindes des Foundling Hospital, der hier zum ersten Mal veröffentlicht wird, geben berührende Einblicke in die Art und Weise, wie er mit seinem Aufwachsen zurechtkam. Bemerkenswerterweise spielte er eine Rolle in Trafalgar, einer der berühmtesten Schlachten der britischen Marinegeschichte. Sein persönlicher Mut und sein Durchhaltevermögen bei der Überwindung der Nachteile seiner Herkunft sind ein bleibendes Zeugnis für die Stärke des menschlichen Geistes.