Bewertung:

Das Buch ist ein ergreifender Erinnerungsbericht von Tahir H. Izgil, der die Kämpfe des uigurischen Volkes unter der chinesischen Unterdrückung beleuchtet. Es schildert die Reise des Autors mit seiner Familie von China nach Amerika und beleuchtet die Brutalität des chinesischen Regimes und des Überwachungsstaates, drückt aber auch Gefühle von Angst, Trauer und Hoffnung aus. Die tiefe emotionale Wirkung und die gut geschriebene Erzählung haben bei vielen Lesern Anklang gefunden.
Vorteile:Die gut geschriebene und fesselnde Erzählung gibt einen tiefen Einblick in die Erfahrungen der Uiguren, beleuchtet wichtige Menschenrechtsfragen, weckt starke Emotionen, enthält tiefgründige Poesie, dient als wichtige Warnung vor autoritären Regimen und weckt Hoffnung inmitten der Tragödie.
Nachteile:Die Thematik ist sehr schwer und deprimierend, einige Leser fanden den physischen Zustand ihrer Bücher unbefriedigend, und die intensiven Details der Unterdrückung könnten für einige überwältigend sein.
(basierend auf 40 Leserbewertungen)
Waiting to Be Arrested at Night: A Uyghur Poet's Memoir of China's Genocide
Der Bericht eines Dichters über eine der dringendsten humanitären Krisen der Welt und die erschütternde Geschichte einer Familie, die dem Völkermord entkommen ist.
Einer nach dem anderen verschwanden die Freunde von Tahir Hamut Izgil. Die brutale Verfolgung des uigurischen Volkes durch die chinesische Regierung dauert schon seit Jahren an, doch 2017 nahm sie ein neues, erschreckendes Ausmaß an. Die Uiguren, eine überwiegend muslimische Minderheit im Westen Chinas, erlebten ein Echo der schlimmsten Schrecken des 20. Jahrhunderts, verstärkt durch Chinas Aufbau eines allwissenden Hightech-Überwachungsstaats. Mehr als eine Million Menschen sind in Chinas Internierungslagern für muslimische Minderheiten verschwunden.
Tahir, ein prominenter Dichter und Intellektueller, war von Verfolgung nicht verschont geblieben. Nachdem er 1996 versucht hatte, ins Ausland zu reisen, wurde er von der Polizei gefoltert, bis er die erfundenen Anschuldigungen gestand, und in ein Umerziehungslager geschickt, wo er arbeiten musste. Doch selbst nach drei Jahren im Lager konnte er die radikale Lösung der chinesischen Regierung für die Uigurenfrage zwei Jahrzehnte später nicht vorhersehen. War das erste Zeichen, als Tahir nach einem Telefonat mit einem Dichterkollegen in den Niederlanden stundenlang verhört wurde? Oder als sein alter Freund zu lebenslanger Haft verurteilt wurde, nur weil er die Durchsetzung der gesetzlichen Rechte der Uiguren gefordert hatte? Vielleicht war es, als die Polizei die Funkgeräte der Uiguren beschlagnahmte und Störsender installierte, um sie von der Außenwelt abzuschneiden.
Als Tahir bemerkte, dass der Park in der Nähe seines Hauses fast leer war, weil so viele Nachbarn verhaftet worden waren, wusste er, dass die Polizei jeden Tag hinter ihm her sein würde. Eines Nachts, als Tahirs Töchter schon schliefen, legte er ein festes Paar Schuhe, einen Pullover und einen Mantel neben seine Tür, damit er sich warm halten konnte, falls die Polizei ihn mitten in der Nacht abholen würde. Für Tahir und seine Frau war klar, dass die Flucht aus dem Land nach Amerika die einzige Hoffnung für die Familie war.
Waiting to Be Arrested at Night ist die Geschichte der politischen, sozialen und kulturellen Zerstörung von Tahir Hamut Izgils Heimat. Unter den führenden uigurischen Intellektuellen und Schriftstellern ist er der einzige, von dem bekannt ist, dass er seit Beginn der Masseninternierungen aus China geflohen ist. Sein Buch ist ein Aufruf an die Welt, angesichts der sich anbahnenden Katastrophe aufzuwachen, und eine Hommage an seine Freunde und uigurischen Landsleute, deren Stimmen zum Schweigen gebracht wurden.