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Was the Red Flag Flying There?: Marxist Politics and the Arab-Israeli Conflict in Egypt and Israel, 1948-1965
Wurde die rote Fahne dort gehisst? untersucht den palästinensisch-arabisch-israelischen Konflikt durch die Brille der marxistischen Politik. Joel Beinin geht der Frage nach, wie der Vorschlag, Palästina in einen arabischen und einen jüdischen Staat aufzuteilen - eine Lösung, die 1947 und 1949 im internationalen Konsens befürwortet wurde - Mitte der 1960er Jahre zu einer obskuren und sogar undenkbaren Option wurde. Als die konsequentesten Verfechter der Zweistaatenlösung sowohl vor als auch nach der Gründung des Staates Israel im Jahr 1948 stehen die Marxisten im Mittelpunkt seiner Analyse.
Beinin erörtert drei marxistische politische Formationen in Ägypten und Israel: die kommunistische Bewegung in Ägypten, die Kommunistische Partei Israels (MAKI) und die Vereinigte Arbeiterpartei Israels (MAPAM), die versuchten, ein doppeltes Engagement für den Marxismus und den Zionismus aufrechtzuerhalten, aber letztlich scheiterten. Das Scheitern dieser Bewegungen und ihre allmähliche Abkehr von einer internationalistischen Orientierung zur Lösung des arabisch-israelischen Konflikts wird als Folge der endgültigen Hegemonie der nationalistischen Politik sowohl in Ägypten als auch in Israel erklärt.
Unter Verwendung der Analysemethoden der politischen Ökonomie und einer Diskursanalyse, die sich auf die Erkenntnisse von Antonio Gramscis Hegemoniekonzept stützt, bietet Beinin eine neue Interpretation der Bedeutung marxistischer Politik in Ägypten und Israel. Diese Arbeit baut auf der revisionistischen Geschichte des arabisch-israelischen Konflikts auf, die von israelischen Wissenschaftlern in den 1980er Jahren entwickelt wurde, und erweitert diese, indem sie traditionelle marxistische Vorstellungen über die Beziehung zwischen antiimperialistischem Nationalismus und dem Kampf für den Sozialismus in Frage stellt.