Bewertung:

Das Buch ist eine nachdenklich stimmende Untersuchung historischer und zeitgenössischer Ansichten über Sexualität im Kontext religiöser Institutionen, insbesondere der orthodoxen Kirche. Es verbindet eine durchdachte Schreibweise und gründliche Recherche mit der persönlichen Perspektive des Autors, obwohl einige Leser Teile als repetitiv oder dicht empfanden.
Vorteile:⬤ Durchdacht geschrieben und gründlich recherchiert
⬤ Gut recherchiert mit klaren Referenzen
⬤ Bietet eine einzigartige Perspektive aus den Erfahrungen des Autors
⬤ Bietet historischen Kontext zu gleichgeschlechtlichen Praktiken in Byzanz
⬤ Inspirierend für diejenigen, die versuchen, Glauben und Sexualität miteinander zu vereinbaren.
⬤ Einige Teile wiederholen sich, was möglicherweise auf ein schlechtes Lektorat zurückzuführen ist
⬤ Das Buch ist dicht und für ein Laienpublikum möglicherweise nicht zugänglich
⬤ Kritik wegen Spitzfindigkeit in den Argumenten
⬤ Einige Leser sind mit den Schlussfolgerungen des Autors nicht einverstanden und es fehlen Befürwortungen von religiösen Autoritäten.
(basierend auf 7 Leserbewertungen)
When Brothers Dwell in Unity: Byzantine Christianity and Homosexuality
In der Welt des frühen byzantinischen Christentums erkannten die Klosterregeln die homosexuellen Impulse erwachsener Männer an, entmutigten sie jedoch.
Was die Klosterführer am meisten beunruhigte, war die Aufnahme männlicher Jugendlicher als Novizen; erwachsene Männer wurden als unfähig angesehen, ihr sexuelles Verlangen nach diesen „schönen Jungen“ zu kontrollieren. Johannes Chrysostomus, der Erzbischof von Konstantinopel (397-407), prangerte Homosexualität vehement an, war aber praktisch der einzige byzantinische Geistliche, der dies tat.
Die Bußgelder, die traditionell für heterosexuelle Sünden verhängt wurden - einschließlich der Wiederverheiratung nach einer Scheidung oder Verwitwung -, waren immer sehr viel strenger als die für verschiedene homosexuelle Handlungen oder Beziehungen. So wie die byzantinischen Kirchen Wege gefunden haben, um aufeinanderfolgende Ehen und andere Verhaltensweisen, die einst strikt verurteilt wurden, zu akzeptieren, so ist es auch für das byzantinische Christentum möglich, homosexuelle Beziehungen und die gleichgeschlechtliche Ehe seelsorgerisch zu berücksichtigen, so die These dieses Buches.