Bewertung:

Das Buch bietet eine tiefgreifende und sorgfältige Untersuchung der Philosophie der gewöhnlichen Sprache und konzentriert sich dabei auf Persönlichkeiten wie J.L. Austin und Wittgenstein. Es stellt die konventionelle analytische Philosophie in Frage, indem es die Interdependenz von Wortbedeutung und -gebrauch herausstellt. Das Buch ist erhellend, verlangt aber aufgrund seiner Komplexität von seinen Lesern Mühe und Geduld.
Vorteile:⬤ Äußerst erhellend
⬤ akribisch in seiner Argumentation
⬤ liefert eine klare Kritik der analytischen Philosophie
⬤ demonstriert die Macht und den Wert der Philosophie der gewöhnlichen Sprache
⬤ gut geschrieben und klar.
⬤ Nicht leicht zu lesen
⬤ erfordert Geduld und Anstrengung
⬤ kann aufgrund der Ausführlichkeit und des langsamen Tempos ermüdend sein
⬤ wird wahrscheinlich nur diejenigen ansprechen, die sich bereits für Philosophie interessieren.
(basierend auf 2 Leserbewertungen)
When Words Are Called for: A Defense of Ordinary Language Philosophy
Eine neue Form des Philosophierens, die so genannte "ordinary language philosophy" (OLP), schlug nach dem Zweiten Weltkrieg in England Wurzeln und versprach einen Neuanfang und einen Ausweg aus langjährigen philosophischen Sackgassen-Debatten. Die von Wittgenstein, Austin und anderen vorangetriebene OLP gilt heute innerhalb der analytischen Philosophie als ernsthaft diskreditiert, und ihre Perspektive wird folglich ignoriert.
Avner Baz ist da anderer Meinung. In When Words Are Called For zeigt er, wie die vorherrschenden Argumente gegen OLP bei näherer Betrachtung zusammenbrechen. Sie alle, so behauptet er, setzen die eine oder andere Version des Begriffs der Wortbedeutung voraus, den OLP in Frage stellt und der für viele traditionelle philosophische Schwierigkeiten verantwortlich ist. Schlimmer noch, die analytische Philosophie selbst hat darunter gelitten, dass sie die Perspektive von OLP nicht ernst genommen hat. Baz macht die Vernachlässigung der Einsichten von OLP für scheinbar unlösbare Streitigkeiten über die methodologische Relevanz von "Intuitionen" in der Philosophie und für Missverständnisse zwischen Kontextualisten und Antikontextualisten (oder "Invariantern") in der Erkenntnistheorie verantwortlich. Baz fährt fort, die tiefen Affinitäten zwischen Kants Werk und OLP zu erforschen, und schlägt Wege vor, wie OLP auf andere philosophisch problematische Konzepte angewendet werden könnte.
When Words Are Called For verteidigt OLP nicht als Doktrin, sondern als eine Form der Praxis, die eine brauchbare Alternative zur Arbeit darstellen könnte, die gegenwärtig innerhalb der analytischen Mainstream-Philosophie geleistet wird. Dementsprechend argumentiert Baz nicht nur für OLP, sondern praktiziert es in diesem aufschlussreichen Buch umso überzeugender.