
Contesting Revisionism: China, the United States, and the Transformation of International Order
Woran erkennt man, dass ein Land wie die Vereinigten Staaten oder China revisionistisch ist, das heißt, dass es die Absicht hat, die internationale Ordnung zu stören?
Was motiviert Staaten, so zu handeln, wie sie es tun? Contesting Revisionism konzentriert sich auf eine besondere Art von Motivation, die einen Staat dazu veranlasst, die bestehenden Normen, Regeln und Institutionen der internationalen Ordnung in Frage zu stellen: Revisionismus. Die Autoren üben Kritik am bestehenden Diskurs über Revisionismus und untersuchen den Ursprung und die Entwicklung der außenpolitischen Orientierungen revisionistischer Staaten in der Vergangenheit. Darüber hinaus stellen sie eine Reihe von Indikatoren vor, mit denen sich das Ausmaß revisionistischer Tendenzen im heutigen China und in den Vereinigten Staaten feststellen und vergleichen lässt. Indem sie die einfache Annahme in Frage stellen, dass sich vergangene Episoden in Zukunft wiederholen werden, argumentieren sie, dass ein "harter" Revisionismus, der auf Krieg und Eroberung setzt, in der heutigen Welt weniger praktikabel und wahrscheinlich ist. Stattdessen ist ein "weicher" Revisionismus, der auf die Förderung institutioneller Veränderungen abzielt, relevanter und wahrscheinlicher. Mit Blick auf die gegenwärtigen amerikanisch-chinesischen Beziehungen kommen sie zu dem Schluss, dass ein Großteil des aktuellen Diskurses, der auf der Theorie des Machtwechsels beruht, problematisch ist. Eine dominante Macht ist nicht zwangsläufig der Verteidigung der internationalen Ordnung verpflichtet, und eine aufstrebende Macht hat nicht immer eine revisionistische Agenda, die diese Ordnung in Frage stellt.
Die Umgestaltung der internationalen Ordnung erfordert nicht notwendigerweise einen Machtwechsel zwischen China und den USA, und auch ein möglicher Machtwechsel ist nicht zwangsläufig mit einem Krieg verbunden. Nachdem sie das Konzept des Revisionismus sowohl theoretisch als auch empirisch entwickelt haben, schließen sie mit einer Reihe von politischen Empfehlungen zur Verbesserung der internationalen Stabilität und zum Abbau von Spannungen in den chinesisch-amerikanischen Beziehungen.