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Reuse, Misuse, Abuse: The Ethics of Audiovisual Appropriation in the Digital Era
In der zeitgenössischen Kultur werden bestehende audiovisuelle Aufnahmen ständig wiederverwendet und für verschiedene Zwecke eingesetzt, was die Frage nach der Ethik solcher Aneignungen aufwirft, insbesondere wenn die Aufnahmen tatsächliche Personen und Ereignisse abbilden. Jede Wiederverwendung einer bereits vorhandenen Aufnahme ist in gewisser Weise ein Missbrauch, da sie vom ursprünglichen Hersteller nicht beabsichtigt oder zumindest vorhersehbar war, aber nicht jeder Missbrauch ist notwendigerweise unethisch.
In der Tat gibt es viele Fälle von produktivem Missbrauch, die gerechtfertigt erscheinen. Gleichzeitig gibt es aber auch Fälle, in denen der Missbrauch in einen Missbrauch umschlägt.
Dokumentarfilmer beschäftigen sich seit langem mit der Frage nach der ethischen Verantwortung von Dokumentarfilmern gegenüber ihren Subjekten. Doch was geschieht, wenn diese Verantwortung nicht mehr gegeben ist, wenn die Aufnahmen bereits zur Verfügung stehen und weiterverwendet werden können? Reuse, Misuse and Abuse untersucht eine Reihe von zeitgenössischen Filmen und Videos, die sich bereits existierendes Material aneignen, und versucht, deren ethische Implikationen zu theoretisieren.