Bewertung:

Das Buch bietet einen umfassenden Einblick in die Geschichte und die Auswirkungen staatlicher und kommerzieller Überwachung in der Gesellschaft, insbesondere in Großbritannien und den USA. Es regt zum Nachdenken an und ist informativ und regt die Leser dazu an, über den Einfluss der Überwachung auf ihr tägliches Leben nachzudenken.
Vorteile:Das Buch wird als interessant, gut recherchiert und aufschlussreich beschrieben. Es bietet eine lesenswerte Darstellung der Überwachungsindustrie und macht den Lesern bewusst, wie Informationen zur Beeinflussung von Verhalten genutzt werden. Viele empfanden es als informativ und als notwendige Lektüre für das Verständnis der modernen Überwachung.
Nachteile:Einige Leser waren der Meinung, dass es dem Buch an technischen Details über die Überwachung mangelt. Es behandelt zwar die Geschichte und die Auswirkungen der Überwachung, geht aber nicht näher auf die Funktionsweise dieser Systeme ein.
(basierend auf 6 Leserbewertungen)
We Know All about You: The Story of Surveillance in Britain and America
Dies ist die Geschichte der Überwachung in Großbritannien und den Vereinigten Staaten, von den Detekteien des späten 19. Jahrhunderts bis zu „Wikileaks“ und dem CIA-Whistleblower Edward Snowden im 21. Der preisgekrönte Historiker und Geheimdienstexperte Rhodri Jeffreys-Jones hat das Buch verfasst, das den ersten umfassenden Überblick seiner Art darstellt.
Jeffreys-Jones befasst sich mit der Rolle von Auskunfteien, Privatdetektiven und Journalisten, die Telefone abhören, sowie mit Behörden wie dem FBI und der NSA in den USA und dem GCHQ und dem MI5 im Vereinigten Königreich und beleuchtet Missstände wie die schwarze Liste und illegale elektronische Abhörmaßnahmen. Er zeigt auf, dass mehrere Präsidenten - Franklin D. Roosevelt, Lyndon B. Johnson, Richard M. Nixon - verschiedene Formen der politischen Überwachung durchführten und dass britische Behörden aus ähnlichen Gründen ständig unter Verdacht standen.
Nach einem Bericht über die undichten Stellen in den 1970er Jahren, die enthüllten, wie das FBI und die CIA Protestierende gegen den Vietnamkrieg überwachten, bewertet er den Reformimpuls dieser Ära - ein Impuls, der in Amerika begann und nur allmählich auf Großbritannien übergriff. Das Ende des Kalten Krieges Ende der 1980er Jahre untergrub das Vertrauen in die Notwendigkeit staatlicher Überwachung noch weiter, doch nach dem 11. September kehrte sie mit voller Wucht zurück.
Es zeigt sich, dass die Regierungen ihre einmal erteilten Überwachungsbefugnisse regelmäßig missbrauchen, was die Notwendigkeit angemessener Kontrollen in diesem Bereich verdeutlicht. Doch wie Jeffreys-Jones deutlich macht, handelt es sich nicht nur um eine Geschichte des Orwellschen Staates. Privatwirtschaftliche Unternehmen haben zwar manchmal die Überwachung durch den Staat gebremst (vor allem im elektronischen Zeitalter), aber sie haben auch oft selbst zweifelhafte Überwachungspraktiken angewandt. Aufsicht und Regulierung, so argumentiert er, müssen daher universell sein und dürfen sich nicht nur auf die Bedrohung des Einzelnen durch die staatlichen Stellen konzentrieren.