Bewertung:

Das Buch „Wir wollen alles“ von Nanni Balestrini wird für seinen künstlerischen Wert, seine historische Bedeutung und seine politische Analyse gelobt, die sich mit aktuellen sozialen Fragen auseinandersetzt. Obwohl es eine fesselnde Erzählung bietet und durch die Erfahrungen des Protagonisten das Klassenbewusstsein weckt, wurde die Übersetzung kritisiert.
Vorteile:⬤ Interessanter und informativer historischer Inhalt
⬤ einzigartiger Erzählstil mit Persönlichkeit und Humor
⬤ greift aktuelle politische und soziale Themen auf
⬤ empfehlenswert für alle, die vor schwierigen Lebensumständen stehen.
Schlechte Übersetzung nach Meinung einiger Rezensenten.
(basierend auf 5 Leserbewertungen)
We Want Everything
Explosiver Roman des führenden italienischen Schriftstellers über das revolutionäre Jahr 1969 in Italien.
Es war 1969, und die Temperaturen stiegen in den Fabriken des Nordens, als die Arbeiter bessere Löhne und Arbeitsbedingungen forderten. Bald schon brach die Unzufriedenheit in dem aus, was als Italiens "heißer Herbst" bekannt wurde.
Ein junger Arbeiter aus dem verarmten Süden kommt im Fiat-Werk Mirafiori in Turin an, wo sein dunkler Teint durch die vierzehnstündigen Arbeitstage in der brütenden Hitze der Industrie zu verblassen beginnt. Er kommt häufig zu spät zur Arbeit und verkauft sein Blut, wenn das Geld knapp wird. Er täuscht einen gequetschten Finger vor, um sich krankschreiben zu lassen. Seine Chefs versuchen, ihm den Lohn vorzuenthalten. Unser zynischer, trockener Erzähler will sich ihnen nicht beugen. "Ich will alles, alles, was mir zusteht", sagt er ihnen. "Nicht mehr und nicht weniger, denn mit mir legt man sich nicht an.".
Um ihn herum halten Studenten geheime Versammlungen ab, und die Gewerkschaftsmitglieder legen die Arbeit an den Fließbändern nieder und legen die Mirafiori-Fabrik durch monatelange Streiks lahm. Schon bald säumen Barrikaden die Straßen, Tränengas dringt in Privathäuser ein, und die Parole "Wir wollen alles" schallt durch die Straßen. Balestrinis Roman schildert in sparsamer und gemessener Prosa einen explosiven Aufstand. Eingeleitet von Rachel Kushner, der Autorin des Bestsellers "Die Flammenwerfer", ist "Wir wollen alles" die aufrüttelnde fiktive Darstellung der Ereignisse, die zu einem Jahrzehnt der Revolte führten.
Aus der Hardcover-Ausgabe.