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Signs of Resistance: American Deaf Cultural History, 1900 to World War II
Choice Outstanding Academic Title 2003 Eine Neuinterpretation der Geschichte der Gehörlosen im frühen 20. Jahrhundert, in deren Mittelpunkt die Gebärdensprache steht Im 19.
Jahrhundert betrachteten die amerikanischen Gehörlosenschulen die Gebärdensprache als die "natürliche Sprache" der Gehörlosen und verwendeten sie als wichtigste Unterrichts- und Kommunikationsform. Diese Schulen wurden ungewollt zur Keimzelle der entstehenden Gehörlosengemeinschaft und -kultur. Doch ab den 1880er Jahren entwickelte sich eine oralistische Bewegung, die versuchte, die Gebärdensprache zu unterdrücken, indem sie gehörlose Lehrer absetzte und von Gehörlosen verlangte, Lautsprache und Lippenlesen zu lernen.
Historiker sind alle davon ausgegangen, dass in den ersten Jahrzehnten des zwanzigsten Jahrhunderts der Oralismus einen überwältigenden Sieg errungen hat. Susan Burch zeigt uns, dass das nicht stimmt, denn nicht nur gehörlose Schüler benutzten weiterhin die Gebärdensprache in den Schulen, auch hörende Lehrer stützten sich darauf.
In Signs of Resistance (Zeichen des Widerstands) interpretiert Susan Burch die Geschichte der Gehörlosen des frühen 20. Jahrhunderts auf überzeugende Weise neu: Anhand von Quellen aus der Gemeinschaft wie Gehörlosenzeitungen, Memoiren, Filmen und mündlichen (gebärdensprachlichen) Interviews zeigt Burch, wie sich die Gehörlosengemeinschaft mobilisierte, um die Gebärdensprache und die Gehörlosenlehrer zu verteidigen, und dabei die Herausbildung eines kollektiven Gehörlosenbewusstseins, einer Identität und einer politischen Organisation ermöglichte.