Bewertung:

Das Buch bietet eine wertvolle Perspektive auf Two-Spirit-Individuen in indianischen Gemeinschaften und gewährt Einblicke in ihre Erfahrungen und die Dynamik des Lebens von Queer Natives. Es wird jedoch kritisiert, dass der Schwerpunkt auf der Heterosexualität und der weißen Hautfarbe des Autors liegt und dass die Komplexität der Two-Spirit-Identität nicht ausreichend beleuchtet wird.
Vorteile:⬤ Bietet eine dringend benötigte Darstellung zeitgenössischer indianischer Queers
⬤ gibt einen Einblick in die Rolle von Two-Spirit-Individuen innerhalb ihrer Gemeinschaften
⬤ verweist auf zusätzliche Ressourcen für weiterführende Lektüre
⬤ und erörtert wichtige Probleme, denen sich nicht-indianische schwule Individuen of Color gegenübersehen.
⬤ Fokus des Autors auf seine Heterosexualität und sein Weißsein, anstatt sein Rassenprivileg zu thematisieren
⬤ Verquickung von Two-Spirit-Sein mit Schwulsein, Übersehen von bisexuellen und Trans*-Identitäten
⬤ fehlende Darstellung verschiedener Stammeshintergründe
⬤ und begrenzte geografische Perspektive auf indigenes schwules Leben.
(basierend auf 5 Leserbewertungen)
Becoming Two-Spirit: Gay Identity and Social Acceptance in Indian Country
Der Two-Spirit-Mann nimmt in der Kultur der amerikanischen Ureinwohner einen besonderen Platz ein, da er zwischen dem männlichen und dem weiblichen Geist balanciert, während er versucht, seine schwule und indianische Identität zu vereinen.
Die damit einhergehenden Ambivalenzen von Geschlecht und Kultur werden in dem kraftvollen und ergreifenden Buch Becoming Two-Spirit, dem ersten Buch, das die zeitgenössische indianische Geschlechtervielfalt eingehend beleuchtet, anschaulich dargestellt. Brian Joseph Gilley stützt sich auf eine Fülle von Beobachtungen aus Interviews, mündlichen Überlieferungen, Versammlungen und Zeremonien und bietet einen intimen Einblick in den Kampf von Two-Spirit-Männern in Colorado und Oklahoma um eine Neudefinition ihrer selbst und ihrer Gemeinschaften.
Die Two-Spirit-Männer, die in Gilleys Buch zu Wort kommen, sprechen offen über die Homophobie innerhalb ihrer Gemeinschaften, ein hartnäckiges Vorurteil, das von Außenstehenden weitgehend missverstanden oder falsch dargestellt wird. Gilley beschreibt detailliert, wie diese Männer ihre schwule und indianische Identität modifizieren, um mit ihrer Entfremdung von Stammesgemeinschaften und Familien umzugehen. Mit diesen Kompromissen, so schlägt er vor, konstruieren sie eine Identität, die ihre Entfremdung in Frage stellt und sich gleichzeitig in die zeitgenössischen Vorstellungen von indianischer Identität einordnet.
Er zeigt auch, wie sich ihre Kreativität in den Gemeinschaften widerspiegelt, die sie untereinander aufbauen, in der Entwicklung ihrer eigenen sozialen Praktiken und in einem nationalen Netzwerk von Individuen, die auf der Suche nach sich selbst und sozialer Akzeptanz miteinander verbunden sind. Brian Joseph Gilley ist außerordentlicher Professor für Anthropologie an der Indiana University, Bloomington.