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Branches of a House
„Von einem Conrad'schen Aussichtspunkt am Ufer der Themse bis zur Piotrkowska Ulicia in Lodz, der längsten Straße Europas, kalibriert Agnieszka Studzińska ihren Blick auf die Ruinen der Geschichte, die sich ihren Weg in die privaten Intimitäten von Zuhause und Unbehaustem bahnen. Die Architektur der Fragmente - der Knochen, der Gespräche mit Großmüttern, Ehemännern, Kindern und der belauschten Gewalttätigkeiten von Fremden - greift Blanchots Aufforderung auf, das Schweigen aufzuheben, um zu einer neuen Sprache zu gelangen. Erstaunlich geschickt und formal lebendig, verwandeln diese Gedichte auf Schritt und Tritt ein Selbst, um genau dieses Versprechen der Neuheit unvergesslich einzulösen.“ -Sandeep Parmar
„Die Messungen der Existenz von innen, die durch die konzentrierten, eleganten Details des Äußeren gegeben sind - dies ist ein Buch der Erinnerung, der Aufzeichnung, der gesteigerten Wahrnehmung in der Poesie. Es ist eine bemerkenswerte, maßvolle, großzügige Sammlung, die von einem Bewusstsein und einer Einsicht angetrieben wird, die über die Sprache der äußeren Welt hinaus in eine Konfrontation mit etwas Dauerhaftem und Vergänglichem reicht. In diesem Paradox liegt die Brillanz.“ -J Fowler
Agnieszka Studzińskas „Zweige eines Hauses“ ist eine poetische Erkundung des Wohnens, die zu einer Spukgeschichte der verlorenen Familie, des verlorenen Landes und der verlorenen Sprache wird. Die mitochondriale Rückverfolgung der Generationen - Großeltern, Eltern, Kinder - beschwört den traumatischen Schatten der Vergangenheit herauf: nicht nur die Rückkehr eines Emigranten in die vertraute polnische Landschaft der 'Sümpfe und Felder' und Silberbirken, sondern auch das Gefühl von 'Geisterhäusern in jedem Dorf' - das Produkt von Krieg, Holocaust, Diaspora und dem Lauf der Zeit. Die Geister, Schatten und Abwesenheiten werden durch eine verkörperte Poetik ausgeglichen, die den Körper in der Zeit und durch die Zeit verfolgt - als Kind, Frau, Liebhaberin, Ehefrau, Mutter - mit einem Augenmerk auf Farben, Geschmäcker, Gerüche, Atmosphären, Stille. Das Entstehen und Vergehen von Heimat in einer Poesie von fortwährendem formalem Erfindungsreichtum und beträchtlicher emotionaler und sprachlicher Delikatesse beinhaltet auch ein Ausgreifen auf andere 'unvollendete Trennungen' und 'migratorische Konfigurationen', historisch und zeitgenössisch, in dieser beeindruckend nachhaltigen Reihe von Gedichten.“ -Robert Hampson