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Reckoning: Journalism's Limits and Possibilities
Woher wissen Journalisten, was sie wissen? Wer entscheidet, was guter Journalismus ist und wann er richtig gemacht wird? Welche Art von Fachwissen haben Journalisten, und welche Rolle sollten und spielen sie in der Gesellschaft? Bis vor einigen Jahrzehnten stellten sich Journalisten diese Fragen nur selten, vor allem weil die Antworten im Allgemeinen unumstritten waren.
Heute steht für Journalisten immer mehr auf dem Spiel, da sie sich in Echtzeit der Kritik und dem Druck des Publikums hinsichtlich ihrer Ethik, ihrer Berichterstattung und ihrer Relevanz ausgesetzt sehen. Die Krisen, mit denen der Journalismus konfrontiert ist, wurden jedoch eng definiert als das Ergebnis der Störung durch neue Technologien und des wirtschaftlichen Niedergangs.
In diesem Buch wird argumentiert, dass die Probleme in Wirklichkeit viel tiefgreifender sind. Auf der Grundlage ihrer fünfjährigen Recherchen mit Journalisten in den USA und Kanada, in einer Vielzahl von Nachrichtenorganisationen von Start-ups und Freiberuflern bis hin zu Mainstream-Medien, stellen die Autoren fest, dass eine digitale Abrechnung mit den Gründungsidealen und -methoden des Journalismus stattfindet. Das Buch untersucht die seit langem bestehenden Repräsentationsprobleme des Journalismus und argumentiert, dass sich der Berufsstand trotz durchdachter Erkundungen der Rolle der Öffentlichkeit im Journalismus nicht angemessen mit Fragen von Geschlecht, Rasse, Intersektionalität und Siedlerkolonialismus auseinandergesetzt hat.
Dabei überdenken die Autoren die Grundlage dessen, was der Journalismus angeblich tun könnte und sollte, und schlagen vor, dass eine Hinwendung zu einer starken Objektivität und einem Systemjournalismus einen Weg in die Zukunft darstellt. Sie bieten Einblicke in die eigenen Erfahrungen von Journalisten und ihre Bemühungen um Reparatur, Reform und Transformation, um zu überlegen, wie der Journalismus seine Grenzen und Möglichkeiten zusammen mit einer sich erweiternden Medienöffentlichkeit angehen kann.