Bewertung:

Das Buch „Agincourt“ von Anne Curry bietet eine detaillierte, historiografische Untersuchung der Schlacht von Agincourt und ihrer anhaltenden kulturellen Bedeutung und nicht nur eine einfache chronologische Darstellung der Schlacht selbst. Sie erörtert, wie die Wahrnehmung von Agincourt im Laufe der Jahrhunderte durch historische Erzählungen, Mythen, Literatur, insbesondere Shakespeare, und kulturelle Interpretationen geprägt wurde. Während einige Leser die Tiefe der Forschung zu schätzen wussten, äußerten viele ihre Enttäuschung über das Fehlen einer detaillierten Schlachtanalyse.
Vorteile:⬤ Gründliche historiographische Analyse
⬤ gut recherchiertes und nuanciertes Verständnis der kulturellen Bedeutung der Schlacht
⬤ klarer und zugänglicher Schreibstil
⬤ räumt mit vielen verbreiteten Mythen und Missverständnissen über Agincourt auf
⬤ bietet neue Einsichten auch für diejenigen, die mit dem Thema vertraut sind.
⬤ Es fehlt eine detaillierte militärische Analyse der Schlacht selbst
⬤ ist möglicherweise nicht für Leser geeignet, die eine geradlinige historische Erzählung oder einen Schlachtenbericht suchen
⬤ wird als etwas trocken und nicht fesselnd für allgemeine Leser beschrieben
⬤ einige Leser waren enttäuscht, dass der Schwerpunkt von den tatsächlichen Ereignissen der Schlacht abwich.
(basierend auf 24 Leserbewertungen)
Agincourt - Great Battles Series
Von Shakespeare bis zu den Beatles hat die Schlacht von Agincourt als eine der berühmtesten Schlachten der britischen Geschichte die Kulturlandschaft beherrscht. Anne Curry versucht herauszufinden, wie und warum das Vermächtnis von Agincourt die Vorstellungskraft der Menschen gefangen genommen hat.
Agincourt (1415) ist eine außergewöhnlich berühmte Schlacht, die in den sechshundert Jahren seit ihrer Austragung ein gewaltiges und dauerhaftes kulturelles Erbe hinterlassen hat. Jeder glaubt zu wissen, worum es in der Schlacht ging. Selbst John Lennon schrieb im Alter von 12 Jahren ein Gedicht und zeichnete ein Bild mit dem Titel "Agincourt".
Aber warum und wie hat Agincourt für so viele Menschen eine so große Bedeutung erlangt? Warum behaupten so viele Menschen, dass ihre Vorfahren in dieser Schlacht gedient haben? Ist das Agincourt des Volksmundes das wirkliche Agincourt, oder ist unsere Vorstellung von der Schlacht einfach von Shakespeares berühmter Darstellung übernommen? Der weltweit führende Experte für die Schlacht zeigt in diesem Buch, warum sie in den sechs Jahrhunderten seit der Schlacht einen so wichtigen Platz in der englischen Identität und Geschichte eingenommen hat, und erforscht ein kulturelles Erbe, das von Bogenschützen bis zu den Beatles, über Shakespeare, Dickens und den Ersten Weltkrieg reicht.
Anne Curry stellt zunächst den Schauplatz dar und beleuchtet, wie und warum die Schlacht stattfand und welche Bedeutung sie in der weiteren Geschichte des Hundertjährigen Krieges hatte. Anschließend führt sie die Geschichte von Agincourt durch die Jahrhunderte von 1415 bis heute, von den unmittelbaren und manchmal überraschenden Reaktionen auf beiden Seiten des Ärmelkanals über die Neuerfindung der Schlacht durch Shakespeare in König Heinrich V. (1599) bis hin zum anhaltenden Einfluss des Stücks und der Verfilmungen, insbesondere der patriotischen Version von Laurence Olivier aus dem Jahr 1944, zur Zeit der Landung des D-Day in der Normandie.
Jahrhundert wurde die Schlacht auf beiden Seiten des Ärmelkanals und sowohl in der englisch- als auch in der französischsprachigen Welt als Erklärung für die nationale Identität herangezogen, was zu chauvinistischen Werken in Druck und Musik führte. Zu dieser Zeit kam es in Mode, dass sich der Adel mit dem Sieg identifizierte, und im viktorianischen Zeitalter wurde der Bogenschütze von Agincourt als Inbegriff der "englischen Freiheit" hervorgehoben. Auch heute noch versuchen die Historiker, die Schlacht "neu zu erklären".