Bewertung:

Das Buch „Understanding Religion in Ukraine“ bietet eine akademische, aber dennoch aufschlussreiche Untersuchung der Art und Weise, wie sich Religiosität in der Ukraine ausdrückt, insbesondere durch die Orthodoxie, und deren Überschneidung mit historischen und aktuellen soziopolitischen Ereignissen. Es bietet ein tieferes Verständnis der ukrainischen Geschichte und der Komplexität der Spiritualität inmitten des anhaltenden Konflikts und lässt den Leser trotz der Herausforderungen mit einem Gefühl der Hoffnung zurück.
Vorteile:Das Buch ist gut geschrieben und lebendig und bietet theologische und psycho-soziale Einblicke in die orthodoxe Spiritualität. Die Rolle der Religion im Alltagsleben der Ukraine wird eingehend untersucht und der historische Kontext der Maidan-Proteste erörtert, was ein differenziertes Verständnis der Schnittmenge zwischen Glauben und sozialem Wandel ermöglicht. Die Leser schätzen die respektvolle Darstellung der Gläubigen durch einen nicht-religiösen Autor.
Nachteile:Das Buch hat einen wissenschaftlichen Stil, der vielleicht nicht jeden anspricht, vor allem nicht diejenigen, die eine leichter zugängliche oder weniger akademische Lektüre suchen. Außerdem endet das Buch kurz vor dem Einmarsch Russlands im Jahr 2022, so dass eine Analyse der jüngsten Veränderungen in der ukrainischen Religiosität als Reaktion auf den aktuellen Konflikt ausbleibt.
(basierend auf 2 Leserbewertungen)
Everyday Religiosity and the Politics of Belonging in Ukraine
Everyday Religiosity and the Politics of Belonging in Ukraine“ zeigt auf, wie und warum die Religion zu einer zentralen politischen Kraft in einer Gesellschaft geworden ist, die darum kämpft, das Erbe ihrer verstrickten Vergangenheit mit Russland zu überwinden und eine neue Zukunft zu gestalten. Wenn die Ukraine der „Ground Zero“ der Spannungen zwischen Russland und dem Westen ist, dann ist die Religion ein Schauplatz, an dem sich die Folgen der Konflikte zwischen Russland und der Ukraine auf das Heftigste abspielen.
Lebendige Formen alltäglicher Religiosität ebnen den Weg dafür, dass Religion als Waffe eingesetzt und abgesichert wird, um politische Agenden in der Ukraine und darüber hinaus voranzutreiben. Diese Praktiken, so argumentiert Catherine Wanner, ermöglichen eine zunehmende Präsenz von Religiosität in öffentlichen Räumen, öffentlichen Institutionen und in der Kriegspolitik in einer pluralistischen Gesellschaft, die sich als säkular bezeichnet.
Auf der Grundlage von ethnografischen Daten und Interviews, die vor der Revolution der Würde und dem Ausbruch der bewaffneten Kämpfe im Jahr 2014 geführt wurden, untersucht Wanner die Bedingungen, die Religiosität, religiöse Institutionen und religiöse Führer in den Vordergrund von Politik und Geopolitik katapultiert haben.