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Burden of Dreams: History and Identity in Post-Soviet Ukraine
Die Ukraine ist der größte neue Staat, der in diesem Jahrhundert auf der europäischen Landkarte erschienen ist. Mit einer Bevölkerung von mehr als 50 Millionen Menschen und einem Gebiet, das größer ist als Frankreich, steht der neue ukrainische Staat vor vielen Herausforderungen, von denen nicht die geringste darin besteht, nach Jahren der sowjetischen Herrschaft eine nationale Identität zu schaffen. Burden of Dreams untersucht das tägliche Leben in der sowjetischen und postsowjetischen Ukraine und zeigt, warum der ukrainische Nationalismus und sein Programm der Ukrainisierung die größte russische Diaspora und Millionen von russifizierten Ukrainern anspricht.
Anhand von Schulen, Festen, Gedenkfeiern und Denkmälern zeigt Catherine Wanner, wie die von der Sowjetunion geschaffenen Narrative umgestaltet wurden, um eine postsowjetische ukrainozentrische Perspektive zu reflektieren. Dabei wird deutlich, wie die neue Geschichte verstanden und gelebt wird. Dabei werden regionale Spaltungen und die Widerstandsfähigkeit kultureller Unterschiede deutlich, die durch das Sowjetregime hervorgerufen wurden. Für manche Menschen ist das System, das sie gestern kritisiert haben, das, wonach sie sich heute sehnen.
Der Kampf um Erinnerung oder Vergessen ist in den postsowjetischen Gesellschaften besonders intensiv. Burden of Dreams ist besonders wertvoll, weil es uns die monumentale Aufgabe vor Augen führt, vor der ein ukrainischer Staat steht, der nach Jahren sowjetischer Herrschaft versucht, kulturelle Solidarität herzustellen.