Bewertung:

Die Rezensionen würdigen den akademischen Charakter des Buches und seine aufschlussreiche Erforschung der Religiosität in der Ukraine, insbesondere im Kontext des orthodoxen Christentums und seiner Verflechtung mit soziopolitischen Themen. Zwar fehlen aktuelle Informationen über die Veränderungen der Religiosität nach der Invasion, doch bietet es eine lebendige Erzählung, die den Leser in die spirituelle und historische Komplexität des ukrainischen Lebens eintauchen lässt.
Vorteile:⬤ Vermittelt ein tiefes Verständnis der ukrainischen Geschichte und Gesellschaft
⬤ respektvoll gegenüber Gläubigen
⬤ bietet einen lebendigen und fesselnden Schreibstil
⬤ verbindet Spiritualität mit soziopolitischen Themen
⬤ hebt die Bedeutung orthodoxer Traditionen im Alltag hervor
⬤ lässt den Leser mit einem Gefühl der Hoffnung zurück.
⬤ Manche mögen den akademischen Stil trocken finden
⬤ behandelt nicht die Auswirkungen der russischen Invasion auf die ukrainische Religiosität
⬤ konzentriert sich hauptsächlich auf die Ereignisse vor Anfang Februar 202
(basierend auf 2 Leserbewertungen)
Everyday Religiosity and the Politics of Belonging in Ukraine
Everyday Religiosity and the Politics of Belonging in Ukraine“ zeigt auf, wie und warum die Religion zu einer zentralen politischen Kraft in einer Gesellschaft geworden ist, die darum kämpft, das Erbe ihrer verstrickten Vergangenheit mit Russland zu überwinden und eine neue Zukunft zu gestalten. Wenn die Ukraine der „Ground Zero“ der Spannungen zwischen Russland und dem Westen ist, dann ist die Religion ein Schauplatz, an dem sich die Folgen der Konflikte zwischen Russland und der Ukraine auf das Heftigste abspielen.
Lebendige Formen alltäglicher Religiosität ebnen den Weg dafür, dass Religion als Waffe eingesetzt und abgesichert wird, um politische Agenden in der Ukraine und darüber hinaus voranzutreiben. Diese Praktiken, so argumentiert Catherine Wanner, ermöglichen eine zunehmende Präsenz von Religiosität in öffentlichen Räumen, öffentlichen Institutionen und in der Kriegspolitik in einer pluralistischen Gesellschaft, die sich als säkular bezeichnet.
Auf der Grundlage von ethnografischen Daten und Interviews, die vor der Revolution der Würde und dem Ausbruch der bewaffneten Kämpfe im Jahr 2014 geführt wurden, untersucht Wanner die Bedingungen, die Religiosität, religiöse Institutionen und religiöse Führer in den Vordergrund von Politik und Geopolitik katapultiert haben.