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Anaesthetics of Existence: Essays on Experience at the Edge
"Erfahrung" ist eine durch und durch politische Kategorie, ein soziales und historisches Produkt, das nicht von einem Individuum verfasst wurde. Gleichzeitig ist "das Persönliche politisch", und die eigene gelebte Erfahrung ist eine wichtige epistemische Ressource.
In Anaesthetics of Existence (Anästhetik der Existenz) bringt Cressida J. Heyes diese beiden Positionen miteinander in Einklang, indem sie Beispiele für Dinge anführt, die uns widerfahren, aber dennoch aus der Erfahrung ausgeschlossen sind. War für Foucault eine "Ästhetik der Existenz" ein Projekt, das das eigene Leben zu einem Kunstwerk macht, so beschreibt Heyes' "Anästhetik der Existenz" Antiprojekte, die stillschweigend aus dem Leben ausgeschlossen sind - aber wieder hineingeholt werden sollten.
Unter Rückgriff auf kritische Phänomenologie, Genealogie und feministische Theorie zeigt Heyes, wie und warum Erfahrung Ränder hat, und sie analysiert Phänomene, die gegen diese Ränder drücken. Aufsätze über sexuelle Gewalt gegen unbewusste Opfer, die Zeitlichkeit des Drogenkonsums und die Geburt als Grenzerfahrung schaffen eine Politik der Erfahrung und zeigen gleichzeitig Heyes' dringend benötigte neue philosophische Methode.