
Arctic Cinemas and the Documentary Ethos
Seit Robert Flahertys Nanook of the North (1922) sind die meisten Filme, die in, über und von Filmemachern aus der arktischen Region gedreht wurden, Dokumentarfilme. Diese Dokumentarfilme, die sich auf eine lebensfeindliche Umgebung konzentrieren, die nur von wenigen Menschen besucht wird, haben die Vorstellungen über den zeitgenössischen globalen Hohen Norden stark geprägt.
In Arctic Cinemas and the Documentary Ethos kommen Autoren mit unterschiedlichem wissenschaftlichem und künstlerischem Hintergrund zusammen, um eine umfassende Studie des arktischen Dokumentarfilms aus einer transnationalen Perspektive zu erstellen. Dieses Buch bietet eine gründliche Analyse des Konzepts der Arktis, wie es im Dokumentarfilm dargestellt wird, und stellt gleichzeitig die Vorstellung von "der Arktis" als homogene Einheit in Frage, die die ökologischen, historischen, geografischen, politischen und kulturellen Unterschiede, die die Region charakterisieren, verschleiert.
Durch die Untersuchung der Art und Weise, wie die Arktis in Dokumentarfilmen imaginiert, verstanden und angeeignet wird, argumentieren die Autoren, dass solche Filme der Schlüssel zur Kontextualisierung des ökologischen, indigenen, politischen, kulturellen, soziologischen und ethnographischen Verständnisses der Arktis sind, vom frühen Kino bis zur Gegenwart. Die Rolle dieser Filme zu verstehen, wird in der heutigen Zeit umso dringlicher, da Diskussionen über Ressourcenabbau, Klimawandel und Souveränität im Mittelpunkt der Darstellung der Arktis stehen.