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Resurrection and Reception in Early Christianity
Dieses Buch bietet eine originelle Interpretation des Ursprungs und der frühen Rezeption der grundlegendsten Behauptung des Christentums: Jesus' Auferstehung.
Richard Miller vertritt die These, dass die ersten Christen die neutestamentlichen Berichte über die Auferstehung Jesu nicht als wörtlich oder historisch betrachtet haben, sondern diese Erzählung als ein Beispiel für die in den hellenistischen und römischen mythischen Traditionen übliche Trope der göttlichen Übersetzung erkannt haben. Vor diesem Hintergrund, so Miller, hätten die frühen Christen die Auferstehungsgeschichte eher als fiktiv denn als historisch verstanden.
Indem er Verbindungen zwischen den Evangelien und der antiken griechischen und römischen Literatur herstellt, argumentiert Miller, dass die Erzählungen von der Auferstehung und Himmelfahrt Christi eine umfangreiche und unverwechselbare strukturelle und symbolische Sprache verwenden, die den mediterranen "Übersetzungsfabeln" gemeinsam ist, d. h. Erzählmustern, die insbesondere von den archetypischen Mythen des Herakles und Romulus abgeleitet sind.
Im Laufe seiner Argumentation wendet der Autor eine kritische Linse auf die referentielle und mimetische Natur der Evangeliengeschichten an und legt nahe, dass die Anpassung der Trope der "Übersetzungsfabel" an die Berichte über Jesu Auferstehung dazu diente, ihn auf die Ebene der Helden, Halbgötter und Kaiser der hellenistischen und römischen Welt zu heben. Millers Behauptungen haben erhebliche Auswirkungen auf die neutestamentliche Wissenschaft und werden die Diskussion unter den Wissenschaftlern des frühen Christentums und der klassischen Studien anregen.