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Augustine's Manichaean Dilemma, Volume 1: Conversion and Apostasy, 373-388 C.E.
Augustinus von Hippo ist der bekannteste christliche Konvertit der Geschichte. Das Konzept der conversio verdankt seine Verbreitung den Bekenntnissen des Augustinus, und doch ist die Bekehrung bei Augustinus nicht die plötzliche, dramatische und vollständige Veränderung des Selbst, an die wir uns wahrscheinlich erinnern. Vielmehr stellt Augustinus in den Bekenntnissen die Bekehrung als einen lebenslangen Prozess dar, als eine Reihe von Selbstentdeckungen und Selbstveräußerungen. Die Geschichte des Augustinus ist eine Geschichte der Bekehrung, des Glaubensabfalls und der erneuten Bekehrung.
In diesem ersten Band von Augustinus' manichäischem Dilemma rekonstruiert BeDuhn Augustins jahrzehntelanges Festhalten am Manichäismus, seinen Abfall davon und seine anschließende Bekehrung zum nizänischen Christentum. Auf der Grundlage seiner eigenen Aussagen und zeitgenössischer Quellen aus dem und über den Manichäismus ordnet das Buch viele Merkmale des jungen Erwachsenenalters des Augustinus in sein Engagement für die Sekte ein und zeigt gleichzeitig auf, wie es ihm nicht gelang, wichtige Teile des manichäischen Systems zu verstehen oder in die Praxis umzusetzen. Es untersucht Augustinus' Unzufriedenheit mit dem praxisorientierten Glauben, den der manichäische Führer Faustus propagierte, und die Umstände der zunehmenden Intoleranz, der antimanichäischen Gesetzgebung und des gesellschaftlichen Konformitätsdrucks, die seine Abtrünnigkeit begleiteten.
Auf der Suche nach einer historisch umschriebenen Darstellung von Augustins späterer Bekehrung zum nizänischen Christentum stellt BeDuhn festgefahrene Vorstellungen von Bekehrung in Frage, die zum Teil aus Augustins späterer idealisierter Darstellung seiner eigenen geistigen Entwicklung stammen. Er untersucht die sich entwickelnde Selbstdarstellung des Augustinus im Jahr vor und nach seiner Taufe und argumentiert, dass die neue Identität, zu der er sich bekannte, nur wenige Merkmale der Orthodoxie trug, mit der er historisch identifiziert wird. Dieses Buch ist sowohl eine historische Studie über den besonderen Fall des Augustinus als auch eine theoretische Neubetrachtung der Bedingungen, unter denen eine Bekehrung stattfindet, und untersucht die Rolle der Religion bei der Bereitstellung der Materialien und Werkzeuge, durch die Selbstformung und Reformation stattfinden.