
Relationship Thinking: Agency, Enchrony, and Human Sociality
In Relationship Thinking skizziert N. J.
Enfield einen Rahmen für die Analyse sozialer Interaktion und ihrer sprachlichen, kulturellen und kognitiven Grundlagen, indem er sich auf menschliche Beziehungen konzentriert. Es handelt sich dabei um einen naturalistischen Ansatz für die menschliche Sozialität, der auf der systematischen Untersuchung von Echtzeitdaten aus sozialen Interaktionen im Alltag beruht. Viele der anschaulichen Beispiele und Analysen in diesem Buch sind das Ergebnis der langjährigen Feldarbeit des Autors in Laos.
Enfield verfolgt einen interdisziplinären Ansatz zur Untersuchung von Sprache, Kultur und Geist, der auf einfachen, aber wirkungsvollen semiotischen Prinzipien aufbaut und sich auf drei konzeptionelle Schwerpunkte konzentriert. Der erste ist die menschliche Handlungsfähigkeit: die Kombination aus Flexibilität und Verantwortlichkeit, die unsere Möglichkeiten für soziales Handeln und Beziehungen definiert und die Spaltung und Verschmelzung von sozialen Einheiten ermöglicht.
Der zweite ist die Enchronie: die Zeitskala der Konversation, in der sich unsere sozialen Beziehungen hauptsächlich abspielen. Drittens die menschliche Sozialität: eine Reihe menschlicher Neigungen zu sozialer Interaktion und dauerhaften sozialen Beziehungen, die auf dem kollektiven Engagement für gemeinsame Normen beruhen. Enfields Ansatz durchbricht gängige Dichotomien wie "kognitiv" versus "behavioristisch" oder "öffentlich" versus "privat" und vertritt stattdessen die Auffassung, dass es sich um unverzichtbare Seiten einzelner Phänomene handelt.
Das Ergebnis ist eine Reihe von konzeptionellen Werkzeugen für die Analyse sozialer Interaktionen in Echtzeit und deren Verknüpfung mit dauerhaften Beziehungen und ihrem sozialen Kontext. Das Buch zeigt, dass selbst - oder vielleicht gerade - die alltäglichsten sozialen Interaktionen reiche Einblicke in Sprache, Kultur und Geist gewähren.