Bewertung:

Bee Season ist ein vielschichtiger Roman, der die Dynamik einer zerrütteten jüdischen Familie aus der Sicht eines jungen Mädchens, Eliza Naumann, beleuchtet, die ihre außergewöhnliche Begabung für das Buchstabieren entdeckt. Die Geschichte befasst sich mit Themen wie dem Erwachsenwerden, Familienbeziehungen, Geisteskrankheiten und dem Streben nach Transzendenz. Die Erzählung fängt die emotionalen und psychologischen Kämpfe der einzelnen Familienmitglieder ein und führt zu tiefgreifenden Veränderungen, die durch Elizas unerwarteten Erfolg ausgelöst werden. Die Geschichte zeichnet sich jedoch durch ihre Komplexität und das Fehlen eindeutiger Auflösungen aus und spiegelt die familiäre Zerrissenheit des wirklichen Lebens wider.
Vorteile:⬤ Fesselnde Charakterentwicklung mit reichen, ausgeprägten Persönlichkeiten.
⬤ Einfühlsame Erforschung komplexer Familiendynamiken und psychischer Probleme.
⬤ Wunderschön geschrieben, mit einer Mischung aus Humor und emotionaler Tiefe.
⬤ Bietet eine einzigartige Perspektive auf jüdische Mystik und kulturelle Praktiken.
⬤ Lässt den Leser mit nachdenklich stimmenden Fragen und ungelösten Handlungssträngen zurück, was zu seinem Realismus beiträgt.
⬤ Manche Leser könnten den Schreibstil als überdramatisch oder verworren empfinden, besonders in der zweiten Hälfte.
⬤ Die Einbeziehung von Mystik und philosophischen Elementen mag manchen übertrieben erscheinen.
⬤ Die Darstellung von Geisteskrankheit und familiärer Dysfunktion ist für einige Kritiker nicht authentisch genug, da sie nicht mit realen Erfahrungen übereinstimmen.
⬤ Das Tempo kann langsam sein, was zu Teilen führt, die sich langweilig oder in die Länge gezogen anfühlen.
(basierend auf 286 Leserbewertungen)
Bee Season
Eliza Naumann, eine scheinbar unauffällige Neunjährige, erwartet, dass sie nie in ihre begabte Familie passen wird: ihr autodidaktischer Vater Saul, der in sein Studium der jüdischen Mystik vertieft ist; ihr Bruder Aaron, das Gefäß der spirituellen Ambitionen seines Vaters; und ihre brillante, aber distanzierte Anwaltsmutter Miriam. Doch als Eliza kurz hintereinander den Schul- und den Bezirksbuchstabierwettbewerb gewinnt, nimmt Saul dies als Zeichen dafür, dass sie zu Großem bestimmt ist. In dieser veränderten Realität nimmt Saul sie in sein geheiligtes Arbeitszimmer auf und schenkt ihr die Aufmerksamkeit, die zuvor Aaron vorbehalten war, der sich in seiner Abwesenheit auf eine einsame Suche nach spiritueller Erfüllung begibt. Als Miriams geheimes Leben eine familiäre Explosion auslöst, ist es Eliza, die das Chaos ordnen muss.
Myla Goldbergs scharfes Auge für Details erweckt Elizas Reise zu dreidimensionalem Leben. Elizas Aufstieg von der Unbekanntheit des Klassenzimmers zu den blendenden Lichtern und übergroßen Erwartungen der Nationalen Biene, Elizas kleine Schmerzen und große Freuden sind fein ausgearbeitet und tief empfunden.
Goldbergs erster Roman ist nicht nur eine Coming-of-Age-Geschichte, sondern beleuchtet auch das sich auflösende Gefüge einer Familie. Das Ergebnis dieser Geschichte ist so verblüffend und unkonventionell wie ihre Prosa, die mit scharfen Metaphern arbeitet und von Reife zeugt. Bee Season ist das Werk einer lyrischen und begnadeten Erzählerin und markiert die Ankunft einer außerordentlich talentierten neuen Autorin.