Bewertung:

Das Buch „Bioethik im Zeitalter der neuen Medien“ bietet einen Überblick über bioethische Fragen durch die Brille moderner Technologie und philosophischer Konzepte. Allerdings fehlt es an einem kohärenten Rahmen und geht nicht angemessen auf kritische ethische Fragen ein, so dass der Leser frustriert und verwirrt über den Zweck des Buches zurückbleibt.
Vorteile:Das Buch berührt relevante Themen wie die Interaktion zwischen Technologie und Ethik, zeitgenössische Biokunst und die Erkenntnisse von Philosophen des 20. Jahrhunderts wie Levinas und Derrida. Jahrhunderts wie Levinas und Derrida. Es wirft nachdenklich stimmende Fragen über das Wesen der Ethik im Zusammenhang mit den neuen Medien auf.
Nachteile:Kritisiert wird, dass das Werk oberflächlich und unzusammenhängend ist, dass es keinen klaren Rahmen für die Bewertung bioethischer Situationen gibt und dass es Politik und Ethik in einer Weise vermischt, die viele Leser als problematisch empfinden. Der Autor gibt auch keine konkreten ethischen Anleitungen und lässt die ethischen Implikationen der diskutierten Themen im Unklaren. Außerdem könnte die komplexe akademische Sprache Gelegenheitsleser abschrecken.
(basierend auf 1 Leserbewertungen)
Bioethics in the Age of New Media
Eine Untersuchung der ethischen Herausforderungen, die die Technologie für die angeblich sakrosankte Idee des Menschen darstellt, und ein Vorschlag für eine neue Ethik des Lebens, die in der Philosophie der Alterität wurzelt.
Bioethische Dilemmata - einschließlich derer über genetische Untersuchungen, Zwangsimpfungen und Abtreibung - sind Gegenstand ständiger Debatten in den Medien, in der Öffentlichkeit und in professionellen und akademischen Kreisen. Doch die wichtigste bioethische Frage im Zeitalter der digitalen Technologie und der neuen Medien, so argumentiert Joanna Zylinska, ist die Veränderung des Begriffs des Lebens selbst. In diesem provokanten Buch untersucht Zylinska viele der ethischen Herausforderungen, die die Technologie für die vermeintlich sakrosankte Idee des Menschen darstellt. Dabei geht sie über das traditionelle Verständnis von Bioethik als Angelegenheit der Moralphilosophie und der Medizin hinaus und schlägt eine neue "Ethik des Lebens" vor, die in der Beziehung zwischen dem Menschen und dem Nichtmenschlichen (sowohl Tiere als auch Maschinen) wurzelt, zu deren Entwicklung uns die neue Technologie anregt.
Nach einer ausführlichen Erörterung der klassischen theoretischen Perspektiven der Bioethik beschreibt Zylinska drei Fälle von "Bioethik in Aktion", durch die die Begriffe "Mensch", "Tier" und "Leben" neu definiert werden: die Umgestaltung der körperlichen Identität durch plastische Chirurgie in einer TV-Makeover-Show, die Reduzierung des Körpers auf einen zweidimensionalen genetischen Code und die Verwendung von biologischem Material in Beispielen von "Bioart" wie Eduardo Kacs berüchtigtem fluoreszierenden grünen Hasen. Zylinska betrachtet die Ethik aus der interdisziplinären Perspektive der Medien- und Kulturwissenschaften und bezieht sich dabei auf die Schriften von Agamben und Foucault bis hin zu Haraway und Hayles. Theoretisch inspiriert von der Philosophie der Alterität, wie sie von Jacques Derrida, Emmanuel Levinas und Bernard Stiegler entwickelt wurde, plädiert Zylinska für eine neue nicht-systemische, nicht-hierarchische Bioethik, die die Verwandtschaft von Menschen, Tieren und Maschinen einbezieht.