
Biolust, Brain Death, and the Battle Over Organ Transplants: America's Biotech Juggernaut and its Japanese Critics
William LaFleur (1936-2010), ein bedeutender Japanologe, hinterließ eine große Anzahl einflussreicher Publikationen sowie mehrere unveröffentlichte Werke. Das bedeutendste dieser Werke befasst sich mit Debatten über die Praxis der Organtransplantation in Japan und den Vereinigten Staaten und wird hier zum ersten Mal veröffentlicht.
Dieses provokante Buch stellt den nordamerikanischen medizinischen und bioethischen Konsens in Frage, der die Transplantation von Organen hirntoter Spender als ein uneingeschränktes Gut betrachtet. Es schließt sich einem wachsenden Chor von Stimmen an, die die Annahme in Frage stellen, dass der Hirntod ohne weiteres mit dem Tod gleichgesetzt werden kann. Das Buch bietet eine eingehende Untersuchung der Debatten in Japan und stellt zahlreiche japanische Bioethiker vor, deren Arbeit noch nie auf Englisch behandelt wurde. Es liefert auch eine Geschichte ähnlicher Debatten in den Vereinigten Staaten und problematisiert die allgemein verbreitete Ansicht, dass die amerikanische Öffentlichkeit die Neudefinition des Todes schnell und bereitwillig akzeptiert hat.
Als geistes- und sozialgeschichtliches Werk befasst sich dieses Buch auch unmittelbar mit Fragen, die mit der fortschreitenden Entwicklung von Technologien zur Verlängerung des Lebens immer relevanter werden. Während die Vorteile dieser Technologien auf der Hand liegen, sind ihre Kosten oft schwieriger zu formulieren. LaFleur macht auf die Risiken aufmerksam, die mit unserer derzeitigen biotechnologischen Entwicklung verbunden sind, und vertritt eine höchst originelle Position, die sich nicht einfach auf eine der beiden Seiten der gegenwärtigen ideologischen Gräben in den USA einordnen lässt.