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Blind Joe Death's America: John Fahey, the Blues, and Writing White Discontent
Seit über sechzig Jahren ist der amerikanische Gitarrist John Fahey (1939-2001) eine legendäre Figur, zunächst im Rahmen des Folk- und Blues-Revivals der langen 1960er Jahre, später für die Fans der alternativen Musik.
Indem er sich selbst als Blind Joe Death mythologisierte, parodierte Fahey auf krude Weise die Faszination der weißen Mittelklasse für den afroamerikanischen Blues, einschließlich seines eigenen. In diesem Buch untersucht George Henderson zum ersten Mal Faheys parallele Karrieren als Essayist, berüchtigter Linernote-Stilist, Musikwissenschaftler und Fabulierer.
Diese Berufungen, die ursprünglich durch die Aufforderung der Pädagogen des Kalten Krieges inspiriert wurden, Gefühle kreativ auszudrücken, anstatt sie zu unterdrücken, nahmen völlig eigenwillige und vorausschauende Wendungen. Fahey verschlang unersättlich Ideen: im Klassenzimmer, in der Gegenkultur, im Bürgerrechtskampf, in der neuen Linken, durch sein Studium der Philosophie, der Folklore, des afroamerikanischen Blues und durch seine Erfahrungen mit der Psychoanalyse und der Bevormundung durch die Südstaaten. Daraus schuf er eine tiefgründige und unerwartet gebrochene Vision von Amerika.
Fahey zu lesen bedeutet, stellvertretend verheerende kritische Energien und selbstberuhigende Unsicherheit zu erleben, Leidenschaften, die von einem einzigartigen Ort ausgehen - dem Ort, an dem ein einsames, weißes Rebellengefühl die Rebellion der anderen betrachten muss. Henderson zeigt die Nuancen, Widersprüche und manchmal auch die Brillanz von Faheys Worten, die, obwohl sie nie nach einer Melodie gesungen wurden, seine Musik begleiteten.