Bewertung:

Das Buch wird für seine brillanten und herausfordernden Einblicke in die jüdische Gesellschaft und Geschichte während der Frühen Neuzeit gelobt, die neue Perspektiven und gut recherchierte Argumente bieten. Während es sowohl für ein akademisches als auch für ein Laienpublikum empfohlen wird, waren einige Leser der Meinung, dass es in bestimmten Bereichen an Details mangelt und sich zu sehr auf die zeitgenössische Sprache und Geschichtsschreibung verlässt.
Vorteile:⬤ Klar und prägnant geschrieben
⬤ bietet eine neue Perspektive auf die jüdische Geschichte
⬤ gut recherchiert mit einer beeindruckenden Bibliographie
⬤ sowohl für Studenten als auch für Laien empfohlen
⬤ fesselnd und zum Nachdenken anregend.
⬤ Fehlende Details in bestimmten historischen Aspekten
⬤ Gelegentlicher Gebrauch zeitgenössischer Sprache kann das Verständnis erschweren
⬤ Einige Leser wünschen sich mehr beschreibenden Inhalt über bedeutende historische Ereignisse
⬤ Wahrgenommene Vereinfachung des Ausgangspunktes der frühen Neuzeit.
(basierend auf 3 Leserbewertungen)
Early Modern Jewry: A New Cultural History
Das frühe moderne Judentum bietet eine kühne neue Geschichte der frühneuzeitlichen jüdischen Erfahrung. Von Krakau und Venedig bis Amsterdam und Smyrna untersucht David Ruderman die historischen und kulturellen Faktoren, die den jüdischen Gemeinden in ganz Europa eigen sind, und wie sich diese Unterschiede inmitten der übrigen Gesellschaft auswirkten. Er zeigt, wie jüdische Siedlungen in der Frühen Neuzeit auf faszinierende Weise miteinander verbunden waren, wie Juden miteinander kommunizierten und sich ihrer wirtschaftlichen, sozialen und religiösen Verbindungen stärker bewusst waren als je zuvor.
Ruderman untersucht fünf entscheidende und mächtige Merkmale, die jüdische Gemeinden vereinen: eine Mobilität, die zu verstärkten Kontakten zwischen Juden unterschiedlicher Herkunft, Traditionen und Sprachen sowie zwischen Juden und Nichtjuden führte; ein verstärktes Gefühl des gemeinschaftlichen Zusammenhalts in allen jüdischen Siedlungen, das die wachsende Macht von Laienoligarchien offenbarte; eine Wissensexplosion, die durch den Buchdruck, das wachsende Interesse christlicher Leser an jüdischen Büchern, einen erweiterten Lehrplan für jüdische Bildung und den Eintritt jüdischer Eliten in die Universitäten ausgelöst wurde; eine Krise der rabbinischen Autorität, die sich in aktivem Messianismus, mystischer Prophetie, radikalem Enthusiasmus und Ketzerei äußerte; und die Verwischung religiöser Identitäten, die sich auf Gruppen wie Conversos, Sabbatianer, einzelne Konvertiten zum Christentum und christliche Hebraisten auswirkte.
Durch die Beschreibung einer frühneuzeitlichen jüdischen Kultur rekonstruiert das frühneuzeitliche Judentum eine bestimmte Epoche der Geschichte und bietet einen wesentlichen Hintergrund für das Verständnis der modernen jüdischen Erfahrung.