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The Feeling of Kinship: Queer Liberalism and the Racialization of Intimacy
In The Feeling of Kinship (Das Gefühl der Verwandtschaft) untersucht David L. Eng die Entstehung des "Queer-Liberalismus" - die Ermächtigung bestimmter Schwuler und Lesben in den Vereinigten Staaten, wirtschaftlich durch einen zunehmend sichtbaren und massenvermittelten queeren Lebensstil und politisch durch den rechtlichen Schutz der Rechte auf Privatsphäre und Intimität.
Eng argumentiert, dass in unserem "farbenblinden" Zeitalter das Aufkommen des Queer-Liberalismus eine besondere Verkörperung liberaler Freiheit und des Fortschritts ist, die sowohl durch die Rassifizierung der Intimität als auch durch das Vergessen der Ethnie konstituiert wird. Durch eine aufrüttelnde Lektüre von Lawrence v. Texas, dem Grundsatzurteil, das das texanische Antisodomiegesetz aufhob, zeigt Eng, wie die Geister der Rassenmischung sowohl Lawrence als auch das Aufkommen des Queer-Liberalismus heimsuchen.
Eng entwickelt das Konzept der "queeren Diaspora" als kritische Antwort auf den queeren Liberalismus. Dieses Konzept unterscheidet sich von den traditionellen Begriffen der Diaspora, den Theorien des Nationalstaates und den Prinzipien des neoliberalen Kapitalismus, auf denen der Queer-Liberalismus beruht, und lenkt die Aufmerksamkeit auf neue Formen von Familie und Verwandtschaft, auf Darstellungen von Subjekten und Subjektivitäten sowie auf Beziehungen von Affekt und Begehren.
Eng analysiert Filme, Dokumentarfilme und Literatur von asiatischen und asiatisch-amerikanischen Künstlern wie Wong Kar-wai, Monique Truong, Deann Borshay Liem und Rea Tajiri sowie eine psychoanalytische Fallgeschichte eines transnationalen Adoptivkindes aus Korea. Auf diese Weise zeigt er, wie queere asiatische Arbeitsmigranten, transnationale Adoptionen aus Asien und das politische und psychische Erbe der japanischen Internierung Erzählungen von rassischem Vergessen und queerer Freiheit in der Gegenwart untermauern.
Der Fokus auf queere Diasporas unterstreicht auch die Notwendigkeit einer poststrukturalistischen Darstellung von Familie und Verwandtschaft, die psychische Alternativen zu ödipalen Paradigmen bietet. The Feeling of Kinship ist ein wichtiger Beitrag zu den American Studies, Asian American Studies, Diaspora Studies, Psychoanalyse und Queer Theory.