Bewertung:

Die Rezensionen bieten eine kritische, aber dennoch ansprechende Perspektive auf John Fiskes „Reading Popular Culture“. Sie würdigen den Ansatz der Konsumentensouveränität und des Widerstands, weisen aber auch auf die Grenzen und vermeintlichen Ungenauigkeiten bei der Analyse der Massenkultur hin.
Vorteile:Das Buch bietet eine interessante Sichtweise auf die Konsumentensouveränität und das Potenzial zum Widerstand gegen herrschende Ideologien. Fiskes optimistische Sichtweise und seine Analysen spezifischer kultureller Phänomene, wie Madonna und Einkaufszentren als Orte des Widerstands, regen zum Nachdenken an.
Nachteile:Kritiker halten Fiskes Theorien für grundlegend fehlerhaft, insbesondere seine Ablehnung der Unterscheidung zwischen Gebrauchswert und Tauschwert, die das Verständnis des Kapitalismus untergräbt. Der Rezensent stellt außerdem fest, dass Fiskes Behauptungen über junge Frauen in Einkaufszentren nicht durch reale Beispiele untermauert werden und dass eine kritische Untersuchung von Arbeit und Kapitalismus fehlt.
(basierend auf 1 Leserbewertungen)
Reading the Popular
Diese überarbeitete Ausgabe eines mittlerweile klassischen Textes enthält eine neue Einleitung von Henry Jenkins, in der er erklärt, warum Fiske für heutige Studenten immer noch von Bedeutung ist, gefolgt von einer Diskussion zwischen den ehemaligen Fiske-Studenten Kevin Glynn, Jonathan Gray und Pamela Wilson zum Thema "Reading Fiske and Understanding the Popular". Beide unterstreichen die anhaltende Relevanz dieses grundlegenden Textes für das Studium der Populärkultur.
Unter der Oberfläche der uns umgebenden kulturellen Artefakte - Einkaufszentren, populäre Musik, die verschiedenen Formen des Fernsehens - verbirgt sich eine Vielzahl von Bedeutungen und Verwendungsweisen, die nicht alle von ihren Gestaltern beabsichtigt sind. In Reading the Popular analysiert John Fiske diese populären "Texte", um sowohl ihre expliziten und impliziten (und oft gegensätzlichen) Bedeutungen und Verwendungen als auch die soziale und politische Dynamik, die sie widerspiegeln, aufzudecken.
Fiskes "Lesarten" dieser kulturellen Phänomene verdeutlichen die widersprüchlichen Reaktionen, die sie hervorrufen: Madonna mag als "Boy Toy" beworben werden, aber junge Mädchen fühlen sich durch ihre Fähigkeit, mit Jungen zu spielen, ermächtigt; Chicagos Sears Tower mag ein massiver Ausdruck kapitalistischer Herrschaft sein, aber er kann einem auch erlauben, die Stadt zu überragen. In jedem Fall ist es die letztere Option, die ihn interessiert, denn hier verortet Fiske die Populärkultur: Sie ist der Punkt, an dem die Menschen die Waren, die ihnen der industrielle Kapitalismus anbietet (wie bedrückend sie auch erscheinen mögen), zu ihrem eigenen kreativen und sogar subversiven Gebrauch machen.
Reading the Popular ist als Begleitbuch zu Understanding Popular Culture konzipiert und widerlegt Theorien, die von einem Massenpublikum ausgehen, das gedankenlos jedes ihm angebotene Produkt konsumiert. Fiskes scharfe Wahrnehmung und sein lebhafter Witz bieten eine wahrhaft demokratische Vision der Populärkultur, die das Bewusstsein und die Handlungsfähigkeit der Menschen respektiert, die sie schaffen.