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Slave Law in the American South: State V. Mann in History and Literature
Die Sklaverei im amerikanischen Süden hätte ohne die Autorität des Gesetzes, das Sklaven als Eigentum ihrer Herren definiert, nicht existieren können. Die Tatsache, dass Sklaven auch Menschen waren, schränkte diese harte Realität jedoch ein. Wenn die Strenge des Gesetzes und die komplexen Gefühle, die Herr und Sklave verbanden, in Konflikt gerieten, wandten sich die Herren an die Gerichte.
In einem solchen Fall, dem Fall State v. Mann, entschied der Richter Thomas Ruffin vom Obersten Gerichtshof von North Carolina, dass die Herren nicht für Übergriffe auf ihre Sklaven belangt werden konnten. Indem er die Rechtsgrundlage für seine Entscheidung darlegte, offenbarte Richter Ruffin auch seine eigene Auffassung von der Logik der Sklaverei, in der er die Rechte des Besitzers guthieß, obwohl er sein eigenes Entsetzen über die Misshandlung des Sklaven zum Ausdruck brachte.
Der Rechtshistoriker Mark Tushnet, einer der führenden lebenden Kenner des Sklavenrechts der Vorkriegszeit, zeigt nun, wie die Untersuchung eines so einfachen Falles eine ganze Gesellschaft beleuchten kann. Für diejenigen, die die Sklaverei verabscheuten, stand der Fall stellvertretend für alles, was an dieser Institution unerträglich war; für diejenigen, die sie verteidigten, warf er ärgerliche und anhaltende Fragen auf, die nicht weggewischt werden konnten.
Ein weiterer Beleg für die Bedeutung des Urteils State v. Mann ist, dass Harriet Beecher Stowe es sogar zum zentralen Thema ihres zweiten Anti-Sklaverei-Romans, Dred, machte. Tushnet erörtert den Stellenwert des Urteils im Roman - in dem sie großzügig aus Ruffins Entscheidung zitiert - und bewertet die Interpretationen anderer Historiker sowohl des Urteils als auch von Stowes provokantem Roman.
Tushnet liefert eine sehr detaillierte Analyse von Ruffins Urteil, in der sie den Richter als einen Mann darstellt, der durch das Gesetz gezwungen ist, das Recht des Sklavenhalters aufrechtzuerhalten, während er als Christ von der Misshandlung des Sklaven betroffen ist und immer hofft, dass die Moral der Gemeinschaft und ein tief verwurzeltes Ehrgefühl die Exzesse der Sklavenhalter mildern würden. Wie Tushnet zeigt, war das Sklavenrecht jedoch ein Mittel zur Aufrechterhaltung der ideologischen Hegemonie der südlichen Herrenklasse.
Slave Law in the American South zeichnet ein umfassendes Bild eines bahnbrechenden Falles, indem es juristische, historische, soziale, politische und sogar literarische Stränge miteinander verknüpft, um zu zeigen, wie das Gesetz selbst in das Fortbestehen der Sklaverei verwickelt war. Es wirft ein neues Licht auf die Sklaverei und die Geschichte der Südstaaten, während es das Gewissen eines gestörten Juristen erforscht, der nicht in der Lage war, seine Zeit vollständig zu überwinden.