Bewertung:

Die Rezensionen des Buches heben die aufschlussreiche Erforschung von Liebe, Leidenschaft und Sexualität aus osmanischer Sicht hervor. Die Leser schätzen die kulturelle Tiefe, den poetischen Charakter und die Herausforderung, die es für die westlichen Ansichten über Sexualität und Moral darstellt. Allerdings ist der Kontext für das Verständnis unerlässlich, und wer ihn nicht hat, könnte das Material als beunruhigend oder anstößig empfinden.
Vorteile:⬤ Aufschlussreiche Erforschung der osmanischen Ansichten über die Liebe
⬤ stellt westliche Annahmen über Sexualität in Frage
⬤ schöne Sammlung von Gedichten und Schriften
⬤ fesselnd für diejenigen, die sich für kulturelle Zusammenhänge interessieren
⬤ lohnend für aufgeschlossene Leser.
Erfordert das Verständnis des kulturellen und künstlerischen Kontexts, um das Werk voll zu würdigen; für Leser, die diesen Kontext nicht kennen, besteht die Gefahr von Missverständnissen oder Beleidigungen.
(basierend auf 6 Leserbewertungen)
The Age of Beloveds: Love and the Beloved in Early-Modern Ottoman and European Culture and Society
The Age of Beloveds (Das Zeitalter der Geliebten) bietet eine reichhaltige Einführung in die frühneuzeitliche osmanische Kultur durch eine Untersuchung ihrer wunderschönen lyrischen Liebesdichtung. Gleichzeitig zeigt es provokante kulturübergreifende Parallelen in der Soziologie und Spiritualität der Liebe in Europa - von Istanbul bis London - während des langen sechzehnten Jahrhunderts auf.
Walter G. Andrews und Mehmet Kalpakli bieten eine großzügige Auswahl an Übersetzungen osmanischer Gedichte, von denen viele noch nie auf Englisch erschienen sind, zusammen mit informativen und inspirierenden Lesungen. Die Autoren erklären, dass sich die Blüte der osmanischen Macht und Kultur während der "türkischen Renaissance" bis zu einem gewissen Grad als ein "Zeitalter der Geliebten" manifestierte, in dem junge Männer zum Mittelpunkt des Begehrens und der Aufmerksamkeit mächtiger Amtsträger und Künstler sowie zur Inspiration für eine reiche Liebesliteratur wurden.
Die Autoren zeigen, dass das "Zeitalter der Geliebten" nicht nur ein osmanisches, osteuropäisches oder islamisches Phänomen war. Es breitete sich auch in Westeuropa aus und durchdrang im selben Zeitraum die Kulturen von Venedig, Florenz, Rom und London.
Andrews und Kalpakli behaupten, dass in einem Zeitalter, das von absoluten Herrschern beherrscht wurde und von Kriegen, kulturellem Wandel und religiösen Umwälzungen geprägt war, die Anhänglichkeiten der abhängigen Höflinge und die Sehnsüchte der ängstlichen Bürger ein intensives Interesse an der Liebe und der Geliebten weckten. Das Zeitalter der Geliebten offenbart neue Gemeinsamkeiten in der Kulturgeschichte zweier Welten, die lange Zeit als radikal verschieden galten.