Bewertung:

Das Buch „Der abwesende Mond“ von Luiz Schwarcz ist ein ergreifendes Erinnerungsbuch, das die Erfahrungen des Autors mit einer schweren psychischen Erkrankung und die Auswirkungen des Holocaust-Traumas auf seine Familie beschreibt. Er erforscht Themen wie Depression, familiäre Verantwortung und das Ringen um Heilung inmitten einer tief betroffenen Familie.
Vorteile:Die gut geschriebenen und ehrlichen Memoiren sind ein eindringlicher Bericht über Trauma und psychische Erkrankungen. Es bietet eine tiefgründige Auseinandersetzung mit der Familiengeschichte und den persönlichen Kämpfen der Autorin, so dass es für alle, die mit ähnlichen Problemen zu kämpfen haben, nachvollziehbar ist. Viele Rezensenten loben die emotionale Tiefe des Buches, die aufschlussreichen Überlegungen zum Thema Depression und den Weg der Autorin, Stabilität im Leben zu finden.
Nachteile:Einige Rezensenten wiesen darauf hin, dass die Übersetzung des Buches unbeholfen sein könnte und das Gesamterlebnis beeinträchtigt. Außerdem könnte es für nicht-brasilianische Leser schwierig sein, den Kontext vollständig zu erfassen, wenn sie nicht mit dem Hintergrund des Autors vertraut sind.
(basierend auf 5 Leserbewertungen)
The Absent Moon: A Memoir of a Short Childhood and a Long Depression
Ein zutiefst emotionales Buch, und ein mutiges dazu. -- The New Yorker.
Die mutigen und zärtlichen Memoiren von Luiz Schwarcz, der in Brasilien eine literarische Sensation ist, befragen seine bipolare Störung im Kontext einer Familiengeschichte von Mord, Enteignung und Schweigen - das lange Echo des Holocausts über Generationen hinweg
Als Luiz Schwarcz ein Kind war, erfuhr er nur wenig über seinen Großvater und Namensvetter Lios - "Luiz" auf Ungarisch. Erst später erfuhr er, dass sein Großvater, ein gläubiger ungarischer Jude, den Nazi-Besatzern seines Landes getrotzt hatte, indem er in seinem Haus geheime Gottesdienste abhielt. Nachdem er zusammen mit seinem Sohn Andr in einen Zug in ein deutsches Todeslager gesetzt worden war, befahl Lios Andr, an einem Bahnübergang aus dem Zug in die Freiheit zu springen, während Lios selbst in den Tod getragen wurde. Luiz wusste, dass sein Vater Andr, der nach Brasilien ausgewandert war, ein unglücklicher und schweigsamer Mann war. Der junge Luiz übernahm die Verantwortung für das Wohlergehen seiner Eltern, wie es viele traumatisierte Kinder tun, und eine Zeit lang schien es ihm auch zu gelingen: Er blühte zum Wunderkind der Familie auf und wurde schließlich zu einem bahnbrechenden Literaturverleger in So Paulo. Er fand ein Zuhause in der Stille der Familie - ein Zuhause, das er mit Büchern und mit Lesen füllte.
Doch dann, auf dem Höhepunkt seines Erfolgs, erlitt Luiz einen verheerenden Nervenzusammenbruch. Der abwesende Mond ist die Geschichte seines Weges zu diesem Punkt und seines Weges zurück, auf dem Luiz lernte, eine ehrlichere Beziehung zu seinem eigenen Geist, zu seiner Familie und zu ihrer gemeinsamen Vergangenheit aufzubauen. Der Höhepunkt dieses Weges ist dieses außergewöhnliche Buch, das schön, tragisch, edel, durchdringend ehrlich und letztlich erlösend ist - das Produkt der Reflexion eines ganzen Lebens, das im Feuer des Läuterers von einem meisterhaften Geschichtenerzähler in eine kraftvolle literarische Form gebracht wurde.