Bewertung:

Das Buch bietet eine umfassende Untersuchung der politischen, militärischen und internen Dynamik in Korea von 1945 bis zum Vorabend des Koreakrieges 1950. Es betont die komplexen Wechselwirkungen zwischen den koreanischen Nationalbewegungen und dem Einfluss der US-amerikanischen und sowjetischen Politik und hebt die oft übersehenen zivilen Konflikte in dieser Zeit hervor. Obwohl das Buch reich an Details und neuen Perspektiven ist, empfinden einige es als zu erschöpfend und meinen, dass es die Darstellung bestimmter historischer Figuren verzerrt.
Vorteile:Das Buch bietet eine noch nie dagewesene Ausführlichkeit und Tiefe über die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg auf der koreanischen Halbinsel, einschließlich Einblicken in die US-amerikanische und sowjetische Besatzung und ihre Auswirkungen auf den koreanischen Nationalismus. Der Autor liefert eine gründliche Analyse der zivilen Unruhen und der Zunahme der militärischen Konflikte, die zum Koreakrieg führten. Die Einbeziehung nützlicher Karten und eines bibliografischen Essays verbessert das Verständnis des Lesers für die komplexen historischen Zusammenhänge.
Nachteile:Für manche Leser, die keine erschöpfende Darstellung suchen, könnte die Detailfülle überwältigend sein. Kritiker weisen auf eine vermeintliche Voreingenommenheit bei der Darstellung amerikanischer Aktionen und eine Tendenz zur Verharmlosung bestimmter historischer Fehler hin. Einige Rezensenten bemängeln, dass sich die Erzählung stark auf veraltete oder spezifische Quellen stützt, was die Perspektive der Ereignisse verzerren kann.
(basierend auf 7 Leserbewertungen)
The War for Korea, 1945-1950: A House Burning
Als die Großmächte im Juni 1950 Truppen auf die koreanische Halbinsel schickten, markierte dies angeblich den Beginn eines der blutigsten Konflikte des letzten Jahrhunderts. Allan Millett zeigt jedoch, dass der Koreakrieg in Wirklichkeit mit Partisanenkämpfen zwei Jahre zuvor begann und seine Wurzeln in der politischen Geschichte Koreas unter japanischer Herrschaft von 1910 bis 1945 hatte.
Als erster Teil einer neuen zweibändigen Geschichte des Koreakrieges bietet Milletts Studie die umfassendste Darstellung seiner Ursachen und frühen militärischen Operationen. Millett führt die Ursprünge des Krieges auf den Konflikt zwischen zwei revolutionären Bewegungen, den Marxisten-Leninisten und den Nationalisten-Kapitalisten, nach der Befreiung zurück. Nach der US-amerikanisch-sowjetischen Teilung Koreas im Anschluss an den Zweiten Weltkrieg beanspruchte jede der beiden Bewegungen, nun mit ausländischer Unterstützung, ihr Recht, die Halbinsel zu regieren, was direkt zu einem Guerillakrieg und Terrorismus führte, bei dem mehr als 30 000 Koreaner starben. Millett vertritt die Auffassung, dass dieser Bürgerkrieg, der hauptsächlich im Süden ausgetragen wurde, weniger die Ursache des Koreakriegs als vielmehr sein eigentlicher Beginn war.
Millett beschreibt zwei Revolutionen, die sich in einem unversöhnlichen Konflikt befinden, wobei er sowohl die Kommunisten als auch die kapitalistisch-nationalistische Bewegung gleichberechtigt behandelt. Keine der beiden Bewegungen war ein Musterbeispiel für Demokratie. Er bezieht koreanische, chinesische und russische Perspektiven auf diese Ära ein, liefert die vollständigste Darstellung der Bildung der südkoreanischen Armee und bietet neue Interpretationen der US-Besatzung Koreas von 1945 bis 1948.
Millett�s Geschichte definiert die Anfangsphase des Krieges aus asiatischer Sicht neu. Sein Buch zeigt, wie sowohl interne Kräfte als auch internationaler Druck zusammenkamen, um den Koreakrieg auszulösen, einen Konflikt, der die Politik Asiens immer noch prägt.