Bewertung:

Das Buch stellt eine kritische Perspektive auf die Europäische Union (EU) dar und argumentiert von einem sozialistischen Standpunkt aus, dass sich die EU zu einem autoritären neoliberalen Gebilde entwickelt hat, das sozialistische Ideale untergräbt. Es bietet einen historischen Überblick über die Entstehung der EU und kritisiert ihre neoliberalen Politiken und Strukturen und ermutigt die Leser, insbesondere Sozialisten, ihre Haltung zur EU zu überdenken.
Vorteile:⬤ Liefert ein dringend benötigtes Gegenargument zu der Auffassung, dass die EU-Opposition ausschließlich rechts ist.
⬤ Bietet eine klare historische Erklärung für die Entwicklung der EU und ihre aktuelle neoliberale Haltung.
⬤ Analysiert kritisch die Machtdynamik innerhalb der EU-Institutionen.
⬤ Fesselnd und gut lesbar trotz einiger technischer Inhalte.
⬤ Ermutigt Sozialisten und linke Anhänger zu einer Neubewertung der Rolle der EU.
⬤ Einige Kapitel könnten für Leser ohne ökonomischen Hintergrund zu technisch sein.
⬤ Die ersten Kapitel könnten die Leser abschrecken, bevor sie zu den interessanteren Schlussfolgerungen gelangen.
⬤ Das Buch weicht von einem spezifischen Fokus auf den Brexit ab, den einige von einer zeitgenössischen Diskussion über die EU erwarten könnten.
(basierend auf 3 Leserbewertungen)
The Left Case Against the Eu
Viele Linke sehen die Europäische Union als ein grundsätzlich positives Projekt, das das Potenzial hat, immer mehr Zusammenarbeit und Fortschritt zu ermöglichen.
Wenn sie nach rechts abgedriftet ist, besteht die Antwort darin, für Reformen von innen zu kämpfen. In dieser ikonoklastischen Polemik widerlegt der Wirtschaftswissenschaftler Costas Lapavitsas diese Ansicht. Er behauptet, dass die Reaktion der EU auf die Krise in der Eurozone die endgültige Umwandlung der Union in eine neoliberale Zitadelle darstellt, die Sparmaßnahmen, Privatisierungen und Lohnkürzungen institutionell verankert. Gleichzeitig hat der Aufstieg der deutschen Hegemonie die EU in einen instabilen Kern und abhängige Peripherien geteilt. Diese Entwicklungen machen die EU unzugänglich für sinnvolle Reformen. Die Lösung besteht daher in einer direkten Infragestellung des EU-Projekts, das die Souveränität des Volkes und der Mitgliedstaaten als Voraussetzung für einen echten internationalistischen Sozialismus betont.
Lapavitsas' kraftvolles Manifest für eine linke Opposition gegen die EU stellt das Wunschdenken, das die Debatte oft prägt, auf den Kopf und ist eine anspruchsvolle Lektüre für alle Linken, die sich für die Zukunft Europas interessieren.