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The State of Capitalism: Economy, Society, and Hegemony
Über den Pandemie-Kapitalismus hinaus denken
Der im Jahr 2020 ausgebrochene Gesundheitsnotstand ist ein Meilenstein in der Entwicklung des Kapitalismus und bestätigt den grundlegenden Wandel, der durch die Große Krise von 2007-9 signalisiert wurde. Die Pandemie hat den Staat in den Mittelpunkt der Wirtschaftstätigkeit katapultiert. Im Kern der Weltwirtschaft zeichnet sich jedoch immer deutlicher eine historische Sackgasse ab.
Die produktive Akkumulation ist schlaff, da sowohl die Rentabilität als auch die Arbeitsproduktivität schwach sind. Die Finanzialisierung ist in eine neue Phase eingetreten, da das "Schattenbankwesen" im Vergleich zu anderen Banken gewachsen ist, aber vollständig vom Staat abhängig ist. Die Macht des Staates beruht auf der Verfügungsgewalt über das Fiat-Geld und kann sicherlich die Gesamtnachfrage enorm ankurbeln, aber das reicht nicht aus, um die Schwäche des produktiven Sektors zu bekämpfen.
Der erstmalige Anstieg der Inflation seit vierzig Jahren zeigt, dass wir uns in einer Sackgasse befinden. Es besteht ein offensichtlicher Bedarf an Interventionen auf der Angebotsseite, die die kapitalistischen Eigentumsrechte direkt in Frage stellen. Es gibt jedoch keine Anzeichen dafür, dass sich die herrschenden Blöcke in den Kernländern auf eine solche Politik einlassen würden.
Die Pandemiekrise hat auch neue Spaltungen zwischen Kern und Peripherie in der Weltwirtschaft zutage gefördert. Der Imperialismus hat neue Formen angenommen, vorangetrieben durch das global agierende Finanzkapital und das internationalisierte Produktivkapital. Mit der schwindenden Macht der USA hat sich ein neuer Hegemoniestreit entwickelt. Die wirtschaftliche Herausforderung durch China wird sich in den kommenden Jahren stetig weiterentwickeln und die politischen Spannungen und militärischen Rivalitäten verschärfen.
Dieses Buch ist das Werk eines Forschungskollektivs, dem Autoren aus verschiedenen Teilen der Welt angehören. Es analysiert diese lebenswichtigen Fragen aus der Perspektive der marxistischen politischen Ökonomie und legt alternative antikapitalistische Vorschläge vor.