Bewertung:

Das Buch „The Preacher King: Martin Luther King, Jr. und das Wort, das Amerika bewegte“ von Richard Lischer bietet eine eingehende Untersuchung von Dr. Kings Predigtstil, seinen Wurzeln in der afroamerikanischen Gemeinschaft und seiner Entwicklung während seines Dienstes. Lischers Ausführungen spiegeln sowohl die Bewunderung für Kings Kunstfertigkeit als auch die Analyse des soziopolitischen Kontextes seiner Arbeit wider, auch wenn einige Leser Aspekte des Buches als problematisch oder übermäßig akademisch empfinden.
Vorteile:⬤ Erfasst die Nuancen des afroamerikanischen Predigtstils und die Auswirkungen von Dr. Kings Wirken.
⬤ Bietet eine aufschlussreiche und fesselnde Darstellung von Kings Leben, seinen Leistungen und seiner Führungsrolle.
⬤ Kombiniert Elemente der Geschichte, Theologie und Erzählkritik effektiv.
⬤ Bietet einen detaillierten Kontext der Bürgerrechtsbewegung ohne Sentimentalität.
⬤ Einige Leser sind der Meinung, dass die Darstellung der schwarzen Prediger an Sensationslust grenzt.
⬤ Bestimmte Beschreibungen können problematisch sein, vor allem wenn sie sexuelle Aspekte des Predigens darstellen.
⬤ Das Buch könnte übermäßig akademisch oder technisch wirken und eher einer Dissertation als einer einfachen Biografie ähneln.
⬤ Es könnte diejenigen nicht ansprechen, die einen eher erzählerischen oder biografischen Bericht suchen.
(basierend auf 7 Leserbewertungen)
The Preacher King: Martin Luther King, Jr. and the Word That Moved America
The Preacher King untersucht die religiöse Entwicklung von Martin Luther King Jr. vom frühreifen Predigerkind im segregierten Atlanta zum einflussreichsten amerikanischen Prediger und Redner des 20. Jahrhunderts. Um ein möglichst genaues und intimes Porträt zu zeichnen, stützt sich Richard Lischer fast ausschließlich auf unveröffentlichte Predigten und Reden Kings sowie auf Tonbandaufnahmen, persönliche Interviews und sogar auf Polizeiberichte. Indem er auf die unverfälschten Quellen zurückgreift, fängt Lischer Kings wahrhaftige Predigtstimme und damit auch etwas von dem wahren King selbst ein. Er zeigt, wie King als Sohn, Enkel und Urenkel von Predigern schon früh die poetische Kadenz, die Traditionen und die Kraft der Kanzel in sich aufnahm und dabei von seinen afroamerikanischen Predigerkollegen stärker beeinflusst wurde als von Gandhi und den klassischen Philosophen.
Lischer zeigt auch eine spätere Phase von Kings Entwicklung auf, mit der sich nur wenige seiner Biographen oder Kritiker befasst haben: die prophetische Wut, mit der er die religiöse und politische Heuchelei in Amerika anprangerte. In den letzten drei Jahren seines Lebens, so zeigt Lischer, beschuldigte King sein Land des Völkermords, warnte vor langen heißen Sommern in den Ghettos und forderte eine radikale Umverteilung des Wohlstands.
Auch 25 Jahre nach seiner Erstveröffentlichung ist The Preacher King eine kritische Studie, die den entscheidenden Aspekt der Identität von Martin Luther King Jr. erfasst. Menschlich, komplex und leidenschaftlich, war King der vollendete amerikanische Prediger, der nie aufhörte, den moralischen und politischen Charakter der Nation neu zu gestalten.