Bewertung:

Das Buch wird als fundierte wissenschaftliche Quelle gelobt, die tiefgreifende und komplexe Analysen von Anime aus verschiedenen Blickwinkeln bietet, darunter Gender, Technologie und Philosophie. Allerdings wird es als anspruchsvoll und weniger zugänglich für Gelegenheitsleser bezeichnet.
Vorteile:Umwerfende Einsichten, wertvolle wissenschaftliche Quelle, klar und unterhaltsam geschrieben, eingehende Analyse der Anime-Ästhetik, deckt ein breites Spektrum an Material ab, verbessert das Verständnis der Anime-Produktion, informativ für die Forschung.
Nachteile:Für Gelegenheitsleser nicht zugänglich, dichte und akademische Sprache, setzt Vorkenntnisse voraus, manche Leser finden es unnötig komplex und langatmig.
(basierend auf 10 Leserbewertungen)
The Anime Machine: A Media Theory of Animation
Trotz der Langlebigkeit des Animationsfilms und seiner Bedeutung in der Geschichte des Kinos haben sich die Filmtheoretiker auf Live-Action-Filme konzentriert und handgezeichnete und computergenerierte Filme weitgehend ignoriert. Thomas Lamarre vertritt die Ansicht, dass die Geschichte, die Techniken und die komplexe Bildsprache des Animationsfilms, insbesondere des japanischen Animationsfilms, eine ernsthafte und nachhaltige Auseinandersetzung erfordern. In The Anime Machine legt er den Grundstein für eine neue kritische Theorie zur Lektüre des japanischen Animationsfilms und zeigt, wie sich der Anime grundlegend von anderen visuellen Medien unterscheidet.
Die Anime-Maschine definiert die visuellen Charakteristika des Anime und die Bedeutungen, die durch diese spezifisch animistischen Effekte erzeugt werden - das multiplanare Bild, das verteilte Blickfeld, die Explosionsprojektion, die Modulation und andere Techniken der Charakteranimation - durch eine genaue Analyse der wichtigsten Filme und Fernsehserien, Studios, Animatoren und Regisseure sowie der japanischen Animationstheorien. Lamarre befasst sich zunächst mit der Technik des Anime: den Zellen, auf denen die Bilder gezeichnet werden, dem Animationsstand, an dem der Animator arbeitet, den Zeichnungsschichten in einem Bild, den Techniken des Zeichnens und Verwischens von Linien, der Art und Weise, wie die Figuren in Bewegung gebracht werden. Anschließend untersucht er die grundlegenden Werke des Anime, darunter die Filme und Fernsehserien von Miyazaki Hayao und Anno Hideaki, die Multimediakunst von Murakami Takashi sowie die Manga- und Anime-Adaptionen von CLAMP, um die tiefgreifenden Verbindungen zwischen Animatoren, Figuren, Zuschauern und Technologie zu beleuchten.
An der Schnittstelle von Technologiephilosophie und Geistesgeschichte untersucht Lamarre, wie Anime und verwandte Medien materielle Orientierungen mit sich bringen, und zeigt konkret auf, wie die animetische Maschine einen spezifischen Ansatz zum Denken über Technologie fördert und neue Wege zum Verständnis unseres Platzes in der technologisierten Welt um uns herum eröffnet.