Bewertung:

Turners Buch bietet eine umfassende und zum Nachdenken anregende Untersuchung der abendländischen christlichen Mystik, indem es ihre Metaphern und theologischen Grundlagen von historischen Figuren wie Platon und Augustinus bis hin zu Johannes vom Kreuz nachzeichnet. Das Buch wendet sich gegen das moderne Missverständnis, die Mystik sei rein erfahrungsbezogen, und betont einen komplexeren, nicht-erfahrungsbezogenen Ansatz zum Verständnis der mystischen Tradition. Obwohl der Text akademisch streng und dicht ist, bietet er eine wichtige Perspektive für Leser, die ihr Verständnis des Themas vertiefen möchten.
Vorteile:Das Buch wird weithin für seine gründliche historische Analyse der christlichen Mystik und seine kritische Auseinandersetzung mit zeitgenössischen Interpretationen gelobt. Die Leser schätzten Turners wissenschaftliche Herangehensweise und die Erhellung, die er komplexen theologischen Themen bringt. Viele hielten das Buch für eine unverzichtbare Lektüre für diejenigen, die sich für apophatische Theologie interessieren, und betonten seine Bedeutung für das Verständnis der Entwicklung des mystischen Denkens.
Nachteile:Mehrere Rezensenten merkten an, dass das Buch anspruchsvoll und nicht für Anfänger geeignet ist, da es Vorkenntnisse in Theologie und Philosophie voraussetzt. Einige äußerten ihre Unzufriedenheit über die Verwendung einer umfassenden Sprache durch den Autor und vermissten eine Auseinandersetzung mit modernen spirituellen Perspektiven. Der dichte akademische Stil könnte Gelegenheitsleser abschrecken und das Buch weniger zugänglich machen.
(basierend auf 12 Leserbewertungen)
The Darkness of God: Negativity in Christian Mysticism
In der mittelalterlichen mystischen Tradition begegnet die christliche Seele Gott in einer "Wolke des Nichtwissens", einer göttlichen Dunkelheit der Unwissenheit.
Diese Begegnung mit Gott ist jenseits allen Wissens und aller Erfahrung. Die Mystizismen der Neuzeit stellen dagegen die "mystische Erfahrung" in den Mittelpunkt, und der zeitgenössische Leser neigt dazu, die mittelalterliche Tradition im Sinne des "Experientialismus" misszuverstehen.
Denys Turner argumentiert, dass die Besonderheit und die zeitgenössische Relevanz der mittelalterlichen Mystik gerade in ihrer Ablehnung der "mystischen Erfahrung" liegt, und verortet das Mystische fest im Bereich des Gewöhnlichen und Alltäglichen. Die Argumentation bezieht sich auf einige zentrale Autoritäten in der Zeit von Augustinus bis Johannes vom Kreuz.