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The Generation of Postmemory: Writing and Visual Culture After the Holocaust
Können wir uns an die Erinnerungen anderer Menschen erinnern? The Generation of Postmemory behauptet, dass wir das können: dass die Erinnerungen an traumatische Ereignisse weiterleben und das Leben derjenigen prägen, die sie nicht miterlebt haben. Kinder von Überlebenden und ihre Altersgenossen erben die katastrophale Geschichte nicht durch direkte Erinnerung, sondern durch eindringliche Nacherinnerungen - vielfach vermittelte Bilder, Objekte, Geschichten, Verhaltensweisen und Affekte, die innerhalb der Familie und der Kultur insgesamt weitergegeben werden.
In diesen neuen und überarbeiteten kritischen Lektüren der literarischen und visuellen Hinterlassenschaften des Holocaust und anderer, damit verbundener Erinnerungsorte baut Marianne Hirsch auf ihrem einflussreichen Konzept der Postmemory auf. Die Kapitel des Buches, von denen zwei gemeinsam mit dem Historiker Leo Spitzer verfasst wurden, beschäftigen sich mit dem Werk von Künstlern und Schriftstellern der Nachkriegsgeneration wie Art Spiegelman, W. G.
Sebald, Eva Hoffman, Tatana Kellner, Muriel Hasbun, Anne Karpff, Lily Brett, Lorie Novak, David Levinthal, Nancy Spero und Susan Meiselas. Indem sie sich mit der Ethik von Empathie und Identifikation auseinandersetzen, versuchen diese Künstler, eine kreative Postmemorial-Ästhetik zu schaffen, die die Vergangenheit wiederbelebt, ohne sie zu vereinnahmen.
In ihren Analysen ihrer gebrochenen Texte verortet Hirsch die Wurzeln der familiären und affiliativen Praktiken des Postmemory im Feminismus und anderen Bewegungen für sozialen Wandel. Mit Hilfe feministisch-kritischer Strategien, die Vergangenheit und Gegenwart, Worte und Bilder sowie Erinnerung und Geschlecht miteinander verbinden, bringt sie die verschlungenen Stränge unterschiedlicher traumatischer Geschichten in engeren Kontakt.
Mit mehr als fünfzig Illustrationen ermöglicht ihr Text eine facettenreiche Begegnung mit grundlegenden und innovativen Theorien zu Erinnerung, Trauma, Geschlecht und visueller Kultur, die ein neues Verständnis von Geschichte und unserem Platz in ihr hervorrufen.